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Wie werden Wettquoten für Sportwetten berechnet?
Der Wettgewinn berechnet sich durch die Multiplikation von Einsatz mal Wettquote. Aber wie kommt eigentlich die Wettquote selbst zu Stande? Wie berechnet der Buchmacher die Quote?
Zuerst setzt der Buchmacher die sogenannten „fairen Wettquoten“ auf.
Um die Vor- bzw. Rechengänge zu veranschaulichen wählen wir in weitere Folge als Beispiel eine 3-Weg-Wette, auch 1-X-2-Wette genannt, aus. Diese ist etwa bei Spielen der Deutschen Bundesliga üblich.
Wir nehmen an, dass der Buchmacher die Eintrittswahrscheinlichkeiten (e) wie folgt einschätzt:
Addiert man die Eintrittswahrscheinlichkeiten der drei möglichen Spielausgänge (62 + 27 +11), so ergeben sich in Summe 100 Prozent.
Die faire Quote errechnet sich nun aus der Formel: Faire Quote = 100 / e
In unserem Beispiel würden sich somit folgende Quoten ergeben:
*Quoten wurden auf zwei Dezimalstellen gerundet
Aus den sogenannten „fairen Wettquoten“ macht der Buchmacher reale Quoten, da der Wettanbieter bei fairen Quoten keine Gewinne machen könnte, weil er das gesamte Geld der Verlierer an diejenigen, die eine Wette gewonnen haben, auszahlen müsste. So könnte kein Anbieter überleben.
Die faire Quote wird daher mit einem Wert kleiner 1 multipliziert.
Die Formel für reale Quoten lautet somit: Reale Wettquote = Faire Wettquote x (Zahl < 1)
Multipliziert der Wettanbieter die faire Wettquote mit 0,9, so bedeutet das, dass er 90 Prozent der Einsätze als Wettgewinn wieder ausschüttet, 10 Prozent behält er selbst ein. Bei 0,8 würde er 20 Prozent der Einsätze einbehalten und 80 Prozent als Gewinne wieder auszahlen.
Zur Veranschaulichung ziehen wir noch einmal unser Beispiel heran:
*Quoten wurden auf zwei Dezimalstellen gerundet
Das zeigt, dass ein Wettanbieter bei Sportwetten einen Großteil der Umsätze wieder an die Kunden ausschüttet und nur einen geringen Teil der Einsätze als Gewinn einbehält. Mit den einbehaltenen Einsätzen refinanziert der Wettanbieter seine Aufwendungen wie Personalkosten, Kosten für die Erstellung der Website etc.
Wie oben erklärt, ergeben sich Wettquoten aus bestimmten Formeln. Diese haben jedoch immer die Einschätzung der Buchmacher für die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses als Grundlage.
Das heißt, dass der Buchmacher, oft auch einfach Bookie genannt, immer über aktuelle sportliche Geschehnisse am Laufenden bleiben und über ein gutes sportliches Wissen verfügen muss. Liegt er mit seinen Einschätzungen grob daneben, so kann es natürlich passieren, dass der Wettanbieter bei einer Wette große Verluste macht.
Generell gilt, dass die Quoten für Favoriten länger vor einem Event relativ hoch angesetzt sind und diese sinken, je näher das Ereignis rückt, da ein Großteil der (hohen) Einsätze auf die Favoriten erfolgen und daher die Quoten bei Erreichen gewisser Limits reduziert werden, um das Gesamtrisiko zu begrenzen.
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