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Champions League Reform 2024: Neuer Modus, mehr Teams, mehr Spiele und viel Kritik

Aktualisiert Aug 12

Thomas Haider

Von Thomas Haider

Sportwetten-Experte

champions league reform 2024
Bild: Die Champions League Reform 2024 steht an. Es wird sich sehr viel ändern. (© VALERY HACHE / AFP / picturedesk.com)
 

In drei Jahren steht die Champions League Reform an – dann wird in der europäischen Elite-Liga alles anders sein.

Ab der Saison 2024/25 soll die Königsklasse des europäischen Klubfussballs von 32 auf 36 Teams aufgestockt werden. Auch der Modus soll sich ändern. Dabei soll das sogenannte „Schweizer Modell“ angewendet werden.

Offiziell ist zwar noch nichts, doch inzwischen soll es nur noch um Details gehen. Beim nächsten Kongress am 20. April will die UEFA die Champions-League-Reform finalisiert haben.

Wir geben hier einen Überblick über die CL Reform 2024 mit den wichtigsten Änderungen und zeigen, ob der Schweizer Modell tatsächlich der große Wurf oder doch nur „Schweizer Käse“ ist.

 

Champions League Reform „Schweizer Modell“ – der neue Modus

Aktuell wird die Champions League mit 32 Teams gespielt, die in der Gruppenphase zu viert in acht Gruppen verteilt sind. Die besten zwei aus jeder Vorrunden-Gruppen steigen ins Achtelfinale auf – und ab da geht es im K.o.-System weiter.

Das wird mit der Champions League Reform 2024 aber Geschichte sein.

Statt wie bisher 32 sollen dann 36 Teams qualifiziert sein, die vor den K.-o.-Runden nicht mehr auf mehrere Gruppen verteilt, sondern alle 36 gemeinsam in einer Liga spielen werden.

Dabei kommt das sogenannte „Schweizer Modell“ zum Einsatz: Nach jetzigem Stand soll jede Mannschaft in der Vorrunde zehn Spiele austragen, wobei die Gegner vorab aus vier Setztöpfen gelost werden.

Ob es zehn Spiele gegen zehn verschiedene Teams sein werden oder nur gegen fünf mit Heim- und Auswärtsspiel ist noch offen.

Die besten Acht nach den zehn Spieltagen qualifizieren sich für das Achtelfinale. Die anderen noch fehlenden acht Mannschaften, die diese Vorrunde auf den Plätzen 9 bis 24 beendet haben, spielen in einer neuen Play-off-Runde die restlichen acht Achtelfinalisten aus.

 

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Wer bekommt die vier zusätzlichen Startplätze?

Ab 2024 wird es in der Champions League vier Plätze mehr geben. Wer bekommt diese?

Fix ist: Es wird nicht so sein, dass aus England, Italien, Spanien oder Deutschland dann sogar noch der Fünfte der Vorjahressaison in der europäischen Elite-Liga dabei sein wird.

Frankreich soll als derzeit Fünfter in der UEFA-Fünfjahreswertung einen dritten Fixplatz in der Königsklasse erhalten. Damit wären 19 von 36 Startplätzen von den großen fünf Nationen belegt.

Der zweite Zusatz-Startplatz soll an einen Meister aus einer kleineren Liga gehen. Wer freien Startplätze drei und vier in der UEFA Champions League Reform 2024 bekommen wird, steht noch zur Debatte.

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Die Vereinigung European Leagues, der auch die DFL angehört, wünscht sich beispielsweise zwei zusätzliche Meister.

Die mächtige ECA (European Club Associaton) existiert seit 2008 und vertritt vor allem die Interessen von Europas Topklubs. Sie hat dagegen andere Vorstellungen.

Die zwei Tickets sollen an zwei Nachrücker aus einer neuen UEFA-Zehnjahreswertung gehen (jetzt gibt nur die 5-Jahreswertung). Also an namhafte Klubs, die in den letzten Jahren international gut abschnitten, aber sich in der betreffenden Saison nicht über ihre Liga für die Champions League qualifizieren konnten. „Wildcards“ für schwächelnde Riesen sozusagen.

 

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Das heißt: Sollte ein Klub, der regelmäßig europäisch gespielt hat, einmal in seiner nationalen Liga schwächeln, könnte er es über die Zehn-Jahres-Wertung noch in die Königsklasse schaffen.

Als bestes Beispiel könnte Borussia Dortmund dienen. Der BVB wird sich offensichtlich nicht für die kommende Champions League Spielzeit 2021/22 qualifizieren, weil er nicht in die Top-4 kommt.

Damit wäre dann beispielweise der Tabellensechste aus Deutschland in der neuen Champions League dabei, der Meister – und somit eigentlich ein Champion – beispielsweise aus Tschechien oder Polen hätte dann keinen Platz.

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CL Reform 2024: Es gibt mehr Spiele

Mit der CL Reform 2024 wird auch die Anzahl der Spiele in der Königsklasse steigen. Und zwar deutlich.

Besteht aktuell eine Champions League Spielzeit aus insgesamt 125 Spielen, so wird sich die Anzahl ab 2024 fast verdoppelt. Insgesamt stehen dann 225 Partien auf dem CL-Spielplan.

Dafür solle es auch noch neue Spieltermine geben. Derzeit pausiert die Champions League im Januar.

Ab 2024 soll es diese Pause nicht geben. Denkbar könnte auch sein, dass die CL sogar zwischen Weihnachten und Neujahr einen oder gar zwei Spieltage ansetzt.

Aus der Premier League weiß man, dass dieser Zeitraum – Stichwort „Boxing Day“ – einer der wichtigstenund auch unter Fußball-Fans einer der beliebtesten der gesamten Saison ist.

„Der aktuelle Vorschlag der UEFA ist ein sehr ausgewogener Kompromiss. Es ist ein sportlich attraktiver Modus“, lobte etwa Bayern-Vorstand Oliver Kahn.

 

Unterschied: Alte und neue Champions League

aktuellneu
Teilnehmer gesamt:3236
Modus Vorrunde:8 Gruppen zu vier Teams1 Gruppe mit 36 Teams
Spiele Vorrunde pro Team:610
Modus K.o.-Runde:ab Achtelfinaleab Achtelfinale
Spiele gesamter Bewerb:125225

 

Welche Vorteile bietet die neue Champions League?

Mit der Neuerung der Champions Leauge ergeben sich – trotz aller Zweifel – auch einige Vorteile. Die neue CL 2024 könnte sportlich attraktiver werden.

Hat man von Jahr zu Jahr immer mehr das Gefühl, die Champions League geht ohnehin erst ab der K.o.-Phase so richtig los, könnten mit dem neuen Modus, dem vielzititerten „Schweizer Modell“ schon in der zehn Spiele umfassenden Vorrunde zahlreiche Kracher warten.

Zudem werden alle in den die Top-8 kommen wollen, um einen Platz im Achtelfinale sicher zu haben – und sich nicht über eine Playoff-Runde qualifizieren zu müssen.

Sie haben mehr Spiele – fixe 10 statt bisher garantierten 6 – und das bedeutet auch: Mehr Geld. Wie genau die finanzielle Verteilung aussieht, ist aber noch nicht klar.

Fest steht nur eins: Weniger Geld werden die Topklubs sicherlich nicht einnehmen.

 

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Welche Nachteile hat die neue Champions League?

Für Klubs aus „kleineren“ Ländern wird wohl noch schwerer in die Königsklasse zu kommen.

Wenn die Top-5-Nationen England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich allein schon 19 von 36 Plätze belegen und dann auch noch die andere zwei zusätzlichen Startplätze von Teams mit „erfolgreicher Vergangenheit“ in Beschlag genommen werden, dann bleiben nur noch 15 freie Plätze für „Rest-Europa“ übrig.

Ein zweiter Nachteil betrifft die Spieler.

In Summe gibt es nach der Champions League Reform 2024 in Summe 100 Spiele mehr in der Königsklasse. Auf jeden Fall werden es pro Team vier Spiele mehr sein im bereits jetzt schon überfüllten Terminkalender. Heißt: Die Belastung im Saisonverlauf wird noch höher.

„Die Frage ist, wer dadurch weniger Termine bekommt: die nationalen Ligen, die nationalen Pokal-Wettbewerbe oder die Nationalmannschaften“, erklärte Jacco Swart, Geschäftsführer des europäischen Ligaverbandes European Leagues, in der Sportschau das Dilemma.

 

Dazu kommt auch noch eine gewisse Fußball-Müdigkeit der Fans.

Eine im Januar 2021 veröffentlichte Studie des CIES Football Observatory ergab, dass 59,4 Prozent der Fans finden, dass es bereits jetzt zu viele Fußballspiele gibt.

 

Champions Leauge Reform: Kritik wächst – „Schweizer Käse“ statt „Großer Wurf“

Mit der Reform der Champions League zur Saison 2024 erntet die UEFA nicht nur Beifall – im Gegenteil: Eigentlich hagelt fast ausschließlich Kritik!

Für viele ist das „Schweizer Modell“ einfach nur Schweizer Käse – weil: Anders als das aktuelle Format ist kaum ersichtlich, wer in der neuen 36er-Liga gegen wen seine 10 Vorrunden-Spiele bestreiten wird.

Zudem wird befürchtet, dass dieselben Teams noch öfter gegeneinander spielen werden als ohnehin schon. Allein die Paarung Bayern München gegen Real Madrid seit dem Jahr 2000 insgesamt 20 Mal gegeben. Bevor die Champions League 1992 eingeführt wurde waren es in all den Jahrzehnten davor nur sechs Begegnungen.

Selbst in England sieht man einige Punkte der neuen Königsklasse kritisch. Weil der Spielplan der englischen Top-Klubs mit Liga und mehreren Pokalbewerben ohnehin schon am Limit ist.

 

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Unmut über Ablehnung – die CL-Reform Kritik der Fans

In einer repräsentativen Umfrage der Voting-App FanQ im Auftrag des Sport-Informations-Dienst (SID) sind an die drei Viertel der Befragten mit der Champions League Reform 2024 nicht zufrieden!

76,55 Prozent lehnen der Teilnehmer das Modell der „neuen“ Königsklasse kategorisch ab. Außerdem bewerten 73,21 Prozent der Teilnehmer die Erhöhung der Spielanzahl negativ, 63,95 Prozent finden das neue Format unattraktiver.

Vor allem die Rolle der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird in diesem Zusammenhang sehr kritisch gesehen. 83,58 Prozent der Befragten glauben, dass die UEFA mit der Reform nur wirtschaftliche Absichten verfolgt. Lediglich 5,87 Prozent glauben an sportliche Motive.

 

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