Neururer zu Baumgart-Aus: „Kabine verloren? Ich weiß es nicht“

Aktualisiert am 15.04.2026 - 10:37 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer war verwundert über den Trainer-Wechsel bei Union Berlin, sieht die Neubesetzung aber als ein Zeichen für den Weltfußball.

 

Peter Neururers Kolumne zu Marie-Louise Eta, Nico Schlotterbeck und S04

 

Für Peter Neururer warf die Entlassung von Steffen Baumgart bei Union Berlin schon ein paar Fragen auf, denn rein an der sportlichen Situation, dem Tabellenplatz könne es nicht gelegen haben.

Die Interimsbesetzung der Trainer-Bank sorgte allerdings zum einen für ein Novum in den Top-5 Ligen Europas und zum anderen für ein Signal für den Weltfußball, wo nicht das Geschlecht, sondern die Qualität eines Trainers, oder Trainerin, das einzig Wichtige sein sollte.

Darüber hinaus wurde die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck im Stadion verkündet, was von den Rängen mit Pfiffen begleitet wurde und der FC Schalke 04 hat einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Aufstieg gemacht, der für Peter Neururer nun eigentlich gesichert sein sollte. Der Wettanbieter-Test enthüllt, wer die besten Quoten für Aufstiegstipps hat.

 

Neururer über Tabellensituation bei Union: „Gibt das Anlass für solch eine Aktion?“

 

Liebe Wettfreunde,

Überraschung, ja oder nein, in der 1. Bundesliga. Trainerwechsel bei Union Berlin, ich persönlich war überrascht. Natürlich, eine Niederlage beim designierten Absteiger tut besonders weh. Die Situation bei Union seit der Rückrunde ist mit Sicherheit nicht prickelnd, wie man da wohl spielt. Aber ein Tabellenplatz mit so vielen Mannschaften nach unten noch dazwischen, sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz, gibt das Anlass für solch eine Aktion?

Vielleicht interne Dinge, die da gelaufen sind? Immer wieder die Ansprache, immer wieder die Frage, hat Baumgart möglicherweise die Kabine verloren? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall: Es ist gehandelt worden, und zwar spektakulär. Union Berlin auf dem Weltfußballmarkt plötzlich in aller Munde. Der erste Klub der Big Five, nennen wir die mal so, hat es „gewagt“ eine Frau, Marie-Louise Eta heißt die Kollegin, zum Cheftrainer zu machen.

Eine Frau, über die man nur gute Sachen hört. Fachlich überragend gut, sie kennt die Mannschaft natürlich auch, war schon mal als Co-Trainerin unterwegs bei Union Berlin. Kennt die Strukturen von Union Berlin und ist fußballbesessen. Gut, das sollte jeder sein, der diesen Job macht, aber ich finde es großartig, dass eine Frau nicht nach Geschlecht oder ein Mann nicht nach Geschlecht, sondern nach Qualität beurteilt wird und das hat Union gemacht.

Horst Heldt sagt, er traut es ihr das zu, gut, ansonsten hätten sie auch diese Entscheidung nicht getroffen. Ich wünsche ihr auf jeden Fall viel Glück und es kann sein, dass das einen Meilenstein im deutschen Fußball, im Weltfußball darstellt.

 


Peter Neururer spricht über Baumgart, Eta, Schlotterbeck und Schalke.

 

Neururer zu Schlotterbeck-Vertrag: „Ein Pfeifkonzert unter den Fans, von der Südkurve ausgehend“

 

Vertragsverlängerung von Schlotterbeck. Die große Frage, die über Wochen, über Monate durch die Landschaft geisterte. Es ist verkündet worden, und zwar beim Spiel gegen Bayer Leverkusen. Der Stadionsprecher Norbert Dickel voller Freude, mit einem leichten Unterton: Schlotterbeck hat sich entschieden, er bleibt. Und ein Pfeifkonzert unter den Fans, von der Südkurve ausgehend bei Borussia Dortmund.

Das hat Hintergründe. Vielleicht den, darüber wurde öffentlich natürlich nicht gesprochen, hat er eine Ausstiegsklausel. Und zwar eine eigenartige Ausstiegsklausel, die möglicherweise erlaubt zu bestimmten Vereinen, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, innerhalb von den nächsten Monaten, also nach der WM, wechseln zu dürfen.

Das sind natürlich wirklich Vertragsverlängerungen, da kann man eigentlich nur den Kopf darüber schütteln, wenn es so gelaufen sein sollte. Borussia Dortmund gibt keinen Kommentar nach Außen, das ist auch vollkommen richtig so bei Vertragsfragen, aber es ist nicht nur auf Wohlwollen gestoßen, was da in Dortmund passiert ist. Schlotterbeck hat sich entschieden, aber es klingt nicht von hundertprozentiger Überzeugung, sondern es klingt von Außen her mehr so wie Taktiererei.

 

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Neururer über Schalke-Spiel: „Alle machen mit und diese Truppe ist kaum aufzuhalten“

 

Liebe Wettfreunde, ich war dabei. Beim fast historischen Spiel, Schalke 04 zu Gast in Elversberg, eingeladen von der Familie Holzer. Es war eine ganz tolle Veranstaltung. Freundschaftliche Menschen, freundschaftliche Begegnungen, eine Stimmung im Stadion, nur positiv. Und ein Fußballspiel, was schon eigenartig war.

Dahingehend, dass Schalke 04 überrascht wurde. Elversberg hat sehr, sehr gut umgeschaltet und geht verdientermaßen in Führung. Dann gibt es einen Ausgleichstreffer. Sensationell. El-Faouzi mit einem Fallrückzieher, Klaus Fischer lässt grüßen. Schalke auf einer Ebene, auf einer Wolke, euphorisch betrachtet und euphorisch begleitet von den Fans. Mit einem Punktgewinn in Elversberg ist man schon viel, viel weiter, als man überhaupt irgendwo und irgendwann mal gedacht hat, aber was passiert dann?

Eine absolut lächerliche und unberechtigte Rote Karte, eine Gelb-Rote Karte. Ndiaye, der Linksverteidiger, musste raus, Schalke also in Unterzahl. Und in Unterzahl schlägt Schalke 04 nochmal zu. Eine wunderbare Konter-Situation. Sylla läuft auf den ersten Pfosten, macht den Ball rein, 2:1 für Schalke und was dann da los war an Leidenschaft, an Kampfbereitschaft, und teilweise natürlich an taktischen Unzulänglichkeiten.

Für die Elversberger tut es mir leid, aber Schalke 04 hat sich diesen Sieg nicht unbedingt erspielt, aber hat mit unglaublicher Moral das Ding nach Hause gefahren. Und das ist eigentlich ein Spiegelbild für die ganze Saison. Unvorstellbar, was da für eine Mannschaft aufläuft. Egal, wer da fehlt, egal, wer da wieder reinkommt, es ist wirklich ein Team, das genau das macht, was das Team kann und können muss.

Die spielen nicht nach irgendwelchen Wunsch-Prinzipien, sondern sie spielen aggressiv gegen den Ball. Alle machen mit und diese Truppe ist kaum aufzuhalten. Jetzt gibt es noch ganz große Rechnereien, aber im Augenblick sind es vier Punkte und ich lege mich da fest, Schalke 04, mit den Heimspielen die sie jetzt noch haben, die werden sie gewinnen und dann wären sie durch. Denn alle anderen, die da hinter Schalke 04 stehen, spielen noch gegeneinander und nehmen sich gegenseitig die Punkte weg.

Vier Punkte Vorsprung, die man jetzt vor dem Relegationsplatz hat, sollten reichen. Und ich drücke den Königsblauen auf jeden Fall auf dem Weg zurück in die Bundesliga beide Daumen.

Bleibt sportlich. Euer Peter Neururer

 

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Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…