Neururer über DFB-Nominierung: „Neuer in Normalform ist mit Abstand der beste Torwart der gesamten Welt“

Veröffentlicht am 27.05.2026 - 9:45 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer spricht über die Rekord-Saison der Bayern und hat einige Fragen zur DFB-Nominierung.

 

Peter Neururers Kolumne zum DFB-Pokal-Finale, Harry Kane und dem WM-Kader

 

Nach langem Hin und Her gibt es nun Klarheit darüber, wer für Deutschland mit zur WM fährt und natürlich sorgt die Nominierung einerseits für Diskussionsstoff, aber auch die Art und Weise, wie zum Beispiel die Torwartposition vergeben wurde für Unverständnis bei Peter Neururer.

Zwar sei ein Manuel Neuer in Normalform „mit Abstand der beste Torwart“, aber der Umgang mit Oliver Baumann sei „einfach katastrophal“. Außerdem sucht Peter Neururer bei manchen Nominierten das von Nagelsmann selbst ausgerufene „Leistungsprinzip“.

Voller Lob ist der Ex-Trainer für den FC Bayern in dieser Saison, allen voran für Torschützenkönig Harry Kane und eine Rolle, die ein klassischer Neuner so noch nicht ausgefüllt hat. Um selbst für die WM gerüstet zu sein, vergleicht die besten Wettanbieter.

 

Neururer über Pokalfinale: „Taktisch hervorragend, was Sebastian Hoeneß da präsentiert hat“

 

Liebe Wettfreunde,

ein außergewöhnliches DFB Pokal-Endspiel ist zu Ende gespielt worden, unter, wie immer, unglaublich tollen Eindrücken vom Publikum her. Lassen wir mal die Pyro außen vor, aber die Stimmungslage im Olympiastadion war wieder einmal sensationell. Hut ab vor dem Fanverhalten beider Vereine. Es war großartig.

Der Sieger heißt Bayern München, 3:0 hört sich sehr klar an. Bayern München im Übrigen auch da Rekordhalter. 21 DFB Pokal-Siege hat kein anderer deutscher Verein jemals erreicht. Und nochmal, meinen Glückwunsch dazu, aber die Art und Weise wie, war diesmal ein klein wenig anders.

Der VfB Stuttgart spielte gegen Bayern eine Art Fußball, wie sie sie eigentlich normalerweise nicht pflegen, aber es war genau taktisch überragend gut eingestellt und das richtige Mittel, um Bayern München in Grenzen zu halten und die unglaubliche Offensive von Bayern München gar nicht ins Spiel kommen zu lassen.

Es war taktisch hervorragend, was der Trainer Sebastian Hoeneß da präsentiert hat, mit seiner Mannschaft. Zur Halbzeit 0:0, für mich persönlich war der VfB Stuttgart da die bessere Mannschaft. Sie waren imstande, mit längeren Bällen zu operieren, weil die Zielspieler den Ball gut verteidigt haben, sie sind nachgerückt, sie haben Druck ausgeübt. Sie haben das Spiel der Bayern auch nicht entfalten lassen.

 


Peter Neururer spricht über das Pokalfinale, Bayern und die DFB-WM-Nominierung.

 
Dann kam die 2. Halbzeit und wer kam noch? Natürlich Harry Kane. Er natürlich nicht alleine, obwohl, man muss ab und zu mal rausstellen, was er als Stürmer leistet, als totaler Neuner leistet, ist nicht nur außergewöhnlich, sondern die Bereitschaft, dass er nach hinten mithilft, wirklich sich mannschaftliche einbringt auf anderen Situationen und Positionen, das hat es in der Form bei einem klassischen Neuner noch nie gegeben.

Drei Tore Harry Kane, unnachahmlich wie er die Dinge reinmacht. Der Elfmeter wieder sehr, sehr sachlich, sehr, sehr klar, sehr konstruiert und strukturiert reingeschweißt. Es war unglaublich. Die Bayern in dieser Verfassung wie in dieser 2. Halbzeit nicht zu bezwingen.

Es war großartig, was Stuttgart gespielt hat. Es war vom Taktischen hervorragend von beiden Mannschaften. Das Fehler-Spiel in der 1. Halbzeit, das Positionsspiel, das daraus resultierte lag mehr oder weniger auf der Seite der Bayern. Aber was die Bayern dann in der 2. Halbzeit wieder abgeliefert haben nach dem Führungstreffer in der 52. Minute, das war bayernlike und das war großartig. Wie eigentlich die Leistung in der ganzen Saison.

Double-Sieger verdientermaßen. Eine Tordifferenz, die die Bayern haben schier unglaublich. In der Bundesliga, das muss man sich immer vor Augen führen, eine Tordifferenz von +86 Toren, unglaublich. Ebenso die 122 Tore, die erzielt wurden. Harry Kane braucht man nicht wieder erwähnen, der Rekord-Torschütze überhaupt. Keine Frage. Diese 122 Tore sprechen für sich. Was Bayern München da geleistet hat, ist außergewöhnlich.

 

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Darüber hinaus muss man sagen, natürlich das Double, Strich drunter, hervorragend. Aber man muss erwähnen, dass Bayern München auch in der Champions League den deutschen Fußball, die deutsche Bundesliga überragend gut vertreten hat. In zwei Spielen auszuscheiden gegen PSG, das ist anderen Mannschaften auch schon passiert. Im Viertelfinale Real Madrid geschlagen, um dann im Halbfinale auszuscheiden, ist im Prinzip eine großartige Leistung. Nicht das Ausscheiden, sondern das Erreichen. Es war großartig.

Eine super Saison vom FC Bayern München. Ich bin gespannt, wie es in der nächsten aussieht. Kann irgendjemand, ich glaube nicht, an die Bayern heranrücken? Kann man sich so sprunghaft entwickeln, dass man möglicherweise irgendwann mal wieder auf Augenhöhe mit diesem Verein ist? Ich wage es zu bezweifeln, bzw., ich glaube im Falle dass, wird es noch verdammt lange dauern. Meinen Hut ziehe ich vor der Leistung dieses Clubs in diesem Jahr.

 

Neururer zur Kader-Nominierung von Nagelsmann: „Die meisten Fragezeichen sind im Ablauf entstanden“

 

Liebe Wettfreunde, Julian Nagelsmann, unser Bundestrainer, hat den Kader bekannt gegeben, der den deutschen Fußball bei der Weltmeisterschaft vertreten soll. Große Fragezeichen sind dabei, aber die meisten Fragezeichen sind im Prinzip im Ablauf geschehen.

Die Nominierung von Neuer. Ganz Fußballdeutschland zerreißt sich darüber das Maul. Die Nominierung selber, davon ausgehend, dass irgendwann mal der Bundestrainer von Leistungsprinzip gesprochen hat, ist durchaus vertretbar. Neuer in Normalform ist mit Abstand der beste Torwart, möglicherweise sogar der gesamten Welt. Aber der Zeitpunkt, diese Nominierung so stattfinden zu lassen wirft viele, viele Fragen auf und vor allen Dingen der Umgang mit der eigentlich klar erklärten Nummer Eins im Tor, Oliver Baumann, ist einfach katastrophal.

Kommunikation, das sollte großgeschrieben werden. Es war einfach nur fürchterlich und ich finde es mehr als unsportlich, dieses Verhalten der Führungsebene des DFB und eben Julian Nagelsmann, dem Torhüter gegenüber. Die Reaktion von Baumann eigentlich die, die jeder erwartet hat. Er erklärt sich solidarisch, das spricht für ihn und er stellt sich bereit, trotz allem. Einen vierten Torhüter mitzunehmen, also einen Trainingstorhüter mitzunehmen, das ist eigentlich für die Person, die da angesprochen wird, in dem Fall Urbig, eine Diskreditierung und Diskriminierung.

Es kann irgendwo nicht sein, er darf mittrainieren, ist das nicht großartig, aber spielen wird er nicht. Der vierte Mann wird mitgenommen. Von mir aus, aber es ist eigenartig. Und wieder Fragezeichen. Warum widerspricht der Bundestrainer seinem eigenen aufgestellten Leistungsprinzip? Zitat: „Bei mir spielt nur in der Nationalmannschaft der Spieler, der im Verein ein Leistungsträger ist. Dann muss man daraus natürlich entwickeln, warum fährt dann ein Rüdiger mit, der lange Zeit verletzt war, diese Begründung gibt es, keine Frage, aber demzufolge nicht Leistungsträger sein konnte.

 

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Warum fährt dann ein, für mich großer Problemfall, weil ich ihn persönlich unglaublich mag und für einen großartigen Fußballer halte, warum fährt ein Sane mit zur Nationalmannschaft, der bei Galatasaray nicht mal Stammspieler war in der letzten Halbserie. International, ich glaube, ein einziges Tor gemacht.

Demzufolge gibt es keine Begründung, wenn man von dem ursprünglichen Prinzip des Bundestrainers ausgeht. Fragezeichen über Fragezeichen. Wie kommt Amiri plötzlich in den Genuss, die Mannschaft und den Kader zu verstärken? Warum ist der eine oder der andere, wo man die Namen nicht wieder alle erwähnen muss plötzlich außen vor? Warum wird ein El Mala, der beim 1. FC Köln Tor um Tor erzielt, was wesentlich schwerer ist als ein Tor bei Bayern München zu erzielen, nicht mal nominiert, obwohl er ein idealer Umschaltspieler wäre?

Es gibt Gründe, die weiß allerdings nur der Bundestrainer alleine. Und wir sollten trotzdem, oder gerade deshalb der deutschen Nationalmannschaft und dem Trainer die Daumen drücken, dass dieses Turnier nicht so verläuft wie die letzten beiden. Daran möchte ich mich am besten gar nicht mehr erinnern. Ich drücke die Daumen und habe die kleine Hoffnung, dass wir unsere Nationalmannschaft ein bisschen länger miterleben dürfen bei der kommenden Weltmeisterschaft.

Bleibt sportlich euer Peter Neururer.

 

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Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…