Peter Neururer zu Polanski-Aus: „Vertrauen reichte nur bis zum 3. Spieltag“
Veröffentlicht am 14.09.2026 - 17:01 Uhr

Peter Neururers Kolumne zur ersten Trainerentlassung in der Bundesliga und den Aufsteigern
Drei Spieltage hat es gedauert, bis Gladbach Trainer Eugen Polanski entlassen hat, obwohl dieser laut Peter Neururer nicht alleine Verantwortlich ist.
Außerdem haben sich die Aufsteiger Schalke 04 beim Sieg gegen Union, sowie Elversberg, trotz Niederlage, gut präsentiert. Noch ein Bundesliga-Wochenende vor der Länderspielpause, dann ist es Zeit für ein erstes Fazit.
Dann wird auch Borussia Mönchengladbach einen neuen Trainer präsentieren und die Länderspielpause nutzen, um sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Bestens vorbereitet für deine Bundesliga-Tipps bist du auf jeden Fall mit dem Wettanbieter-Vergleich.
Neururer zieht Vergleich zu Seoane: „Duplizität der Ereignisse“
Liebe Wettfreunde,
das „Highlight“ des 3. Spieltages ist leider eine Trainer-Beurlaubung oder wie man das auch immer nennen mag. Borussia Mönchengladbach hat sich entschieden, nach dem 3. Spieltag den Trainer, Eugen Polanski, zu beurlauben.
Eigenartigerweise eine Duplizität der Ereignisse. Im letzten Jahr ist das gleiche übrigens auch passiert. Da musste Gerardo Seoane gehen, vorübergehend hat Polanski übernommen und ist letztendlich dann unter Vertrag genommen worden. Dann hat Polanski den Vertrag verlängert, aufgrund der Tatsache, dass man ihm das Vertrauen ausgesprochen hat. Dieses Vertrauen reicht allerdings nur bis zum 3. Spieltag.
Natürlich, ohne Frage ist es wirklich mehr als bedenklich, wenn von zehn Neuverpflichtungen, die Gladbach helfen sollen, nachdem drei sehr, sehr wichtige Spieler gegangen sind, davon fünf verletzt sind. Da hat der Trainer aber keinen großen Einfluss drauf.
Peter Neururer redet Tacheles zur Entlassung von Eugen Polanski bei Borussia Mönchengladbach.
Wenn ich ein Spiel sehe, wie das der Gladbacher bei Freiburg, dann würde ich mir auch meine Gedanken machen. Denn das Abwehrverhalten der Freiburger war gar nicht gefordert. Sie haben nur nach vorne gespielt und das Abwehrverhalten der Gladbacher war allerdings auf einer Ebene, wie ich es im Profifußball selten gesehen habe.
Das Einfachste ist eigentlich, eine Abwehr, ein Abwehrverhalten zu organisieren. Das war aber Kraut und Rüben, was die Gladbacher da gezeigt haben. Und sie sind mit den fünf Gegentoren da ja noch gut bedient. Dann allerdings die Konsequenz daraus zu ziehen, am 3. Spieltag bereits, so wie übrigens auch im letzten Jahr, den Trainer zu beurlauben, da muss ich schon ein paar Fragezeichen stellen.
Ist der Trainer daran schuld? Eigenartigerweise, immer wieder ist er derjenige, der die Verantwortung trägt. Zum zweiten Mal musste Rouven Schröder diese Entscheidung treffen. Im letzten Jahr war es so, in diesem Jahr auch. Muss Schröder sich da nicht auch ein klein wenig hinterfragen? Ich kenne Rouven persönlich, halte großartige Stücke von ihm, großartiger Typ, großartiger Mensch sowieso und jemand, der eigentlich klaren Kopf behält. Aber hinterfragen muss er sich trotzdem zweifelsfrei.
Neururer zur Vereinsführung: „Welche Rolle spielt Rainer Bonhof?“
Genauso, welche Rolle in diesem ganzen Ding spielt der Boss des Vereins, Rainer Bonhof? Eigentlich eine sehr, sehr solide Partie, die er in der Außendarstellung abgibt. Ein großartiger Mensch, genauso wie Rouven Schröder, der weiß, wie Fußball geht. Aber auch er ist irgendwo ja involviert in Geschehnisse und Abläufe. Wenn vor allen Dingen dann der Trainer letztendlich die Konsequenz tragen muss für das, wofür er eigentlich nicht die Verantwortung trägt.
Ich bin gespannt, wer der neue Mann, nach der Länderspielpause wird er wahrscheinlich präsentiert, reagieren wird. Ob die Mannschaft dann plötzlich, losgelöst von den verletzten Spielern die dann zurückkommen, ein anderes Gesicht zeigt. Ansonsten wird das ganz, ganz böse und ganz, ganz eng für Borussia Mönchengladbach, in diesem Jahr die Klasse zu halten.
Meine Daumen drücke ich trotzdem für diesen Verein. Es ist einfach großartig, was er in der Vergangenheit für die deutsche Bundesliga gezeigt hat und geliefert hat. Ich hoffe, dass sie weiterhin dabei bleiben werden. Noch ist nichts abgesagt, noch ist nichts totgesagt. Noch bestehen allerdings große Gründe für große Sorgen.
Neururer über Elversberg: „Der Aufsteiger, der am meisten überrascht hat“
Am 3. Spieltag stellt sich die Frage, was machen die Aufsteiger? Paderborn verliert bei Borussia Dortmund 3:0. Lange Zeit mitgehalten, ordentlich gespielt. Das ein oder andere Tor, das erzielt wurde, wurde durch VAR wieder aberkannt. Aber 3:0 sagt eine Menge aus. Eigentlich war Paderborn chancenlos.
Dagegen Elversberg, die spielten zu Hause, als der Aufsteiger der am meisten überrascht hat, positiv überrascht hat, gegen Bayern München. Ein großartiges Spiel der Elversberger, die von ihrer Philosophie ein klein wenig abrücken mussten, weil Bayern München einfach zu stark war. Bayern war imstande das Spiel zu kontrollieren, allerdings konnten sie keine kreativen Dinge heraufbeschwören. Sie konnten sich nicht durchsetzen.
Sie sind 1:0 in Führung gegangen, okay, aber dann durch ein Traumtor glich Elversberg aus. Ausgerechnet durch einen ehemaligen Bayernspieler. Keine Frage, das ist kein Zufall. Das Spiel war großartig. Bayern München setzte sich nachher aber durch den 2:1 Treffer von Harry Kane eben durch. Ein großartiges Spiel, im Rahmen der Möglichkeiten von Elversberg.
Neururer über Schalke 04: „Verdientermaßen mit 3:1 gewonnen“
Was machte der andere Aufsteiger, Schalke 04, bei Union Berlin? Irgendwo ein Spiel auf Augenhöhe. Es waren zwei Mannschaften zu erwarten, die nicht unbedingt den Ball haben wollen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten woanders zeigen. Sie spielten gegeneinander und machten durchaus ein attraktives Spiel.
Schalke 04, das muss man sagen, hat dieses Spiel verdientermaßen mit 3:1 gewonnen. Es wurde nach der 2:0 Führung dann noch mal ein klein wenig eng, aber in der Nachspielzeit dann, durch den eingewechselten Innenverteidiger der plötzlich vorne auftauchte, also von allen Deckungsaufgaben befreit, macht das 3:1 und der Sieg war verdient.
Für die Schalker großartig, die jetzt im nächsten Spiel gegen den anderen Aufsteiger, eben gegen die Elversberger aufzulaufen haben, im eigenen Stadion. Dann müsste man einen Strich ziehen, da könnten wir durchaus von einem Start reden, denn nach dem 4. Spieltag, da sortieren sich schon einige Dinge von alleine.
Was machen die Aufsteiger in Bezug auf die gesamte Saison? Fragezeichen. Die Antwort hören wir am nächsten Spieltag.
Bleibt sportlich, Euer Peter Neururer
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Karl-Heinz
Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…

