Neururer zum Bundesliga-Start: „Dortmund hat gezeigt, dass die Bayern verwundbar sind“
Veröffentlicht am 24.08.2026 - 16:34 Uhr
Bild: Peter Neururer zum Supercup und seiner Saisonprognose 2026/27.
Peter Neururers Kolumne mit Franz-Beckenbauer-Super-Cup und Bundesliga Saisonprognose
Im Supercup haben die Bayern gezeigt, dass sie das Maß der Dinge in Deutschland bleiben wollen, der BVB festigt den Platz dahinter.
Am kommenden Wochenende steht der 1. Spieltag der Bundesliga an und Peter Neururer hat sich an seine persönliche Saison-Prognose gewagt. Auch wenn der FC Bayern natürlich wieder der Top-Favorit ist, könnte es dahinter und im Abstiegskampf sehr spannend werden.
Der Kult-Trainer sieht einige Mannschaften mit hohen Ambitionen, aber auch die Gefahr von überzogenen Erwartungen. Zum Bundesliga-Start gibt es übrigens brandaktuelle Freebets.
Neururer zum Supercup: „Was die Bayern in der 1. Halbzeit gezeigt haben, war überragend“
Liebe Wettfreunde,
im Prinzip ist die neue Bundesligasaison 26/27 bereits eingeläutet. Eingeläutet am Samstagabend beim Spiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München, was die Bayern 2:1 gewonnen haben. Die Bayern haben damit unterstrichen, dass sie mal wieder, ist ja nichts Neues, mit kurzer Unterbrechung vor zwei Jahren durch Leverkusen, der absolute Topfavorit für die Meisterschaft sind.
Was die Bayern in der ersten Halbzeit beim Spiel in Dortmund gezeigt haben, war einfach überragend, überragend gut und eine Dominanz auf dem Platz, in Verbindung mit taktischen Dingen, die in der Bundesliga eigentlich seines gleichen sucht. Von daher, die Dominanz die da war, zeigt ganz eindeutig: Ziehen die Bayern das in dieser Art und Weise durch, sind sie, da braucht man nicht großartig zu spekulieren, ganz klarer Favorit für die Deutsche Mannschaft. Mal wieder.
Trotzdem muss es ja nicht langweilig werden, denn die zweite Halbzeit zum Beispiel hat bei Borussia Dortmund gezeigt, dass man imstande ist, wenn die Bayern ein klein wenig nachlassen, was ich in Bezug auf die gesamte Meisterschaft allerdings nicht erwarte, dann muss man da sein. Borussia Dortmund hat gezeigt, dass die Bayern durchaus auch verwundbar sind, wenn sie sich in eine Rolle drängen lassen, die sie eigentlich nicht gewohnt sind. Eine Rolle, in der sie reagieren müssen.
Dortmund hat das Spiel in der zweiten Halbzeit mehr oder weniger bestimmt, haben ordentlich nach vorne gespielt, waren gut strukturiert. Von daher glaube ich auch, dass die Borussia mit ihren Abgängen klar, aber teilweise kompensiert durch Neuzugänge, der eine oder andere kommt vielleicht noch bis zum Ende der Transferperiode, einer oder wenn nicht sogar der größte Bayern-Verfolger sein werden.
Davon bin ich zumindest überzeugt. Mehr ist nicht drin. Aber diese Rolle einzunehmen und dann zu gucken, was in der Champions League im Gegensatz zur letzten Saison möglich ist, sollte ausreichend sein.
Peter Neururer redet Tacheles zu Supercup und Bundesligastart 2026/27.
Neururer über Bayern-Verfolger: „BVB, Leipzig, Stuttgart und …“
Wer sind die großen Verfolger von Bayern München? Das ist die Frage. Borussia Dortmund habe ich gerade erwähnt, darüber hinaus glaube ich auf jeden Fall dass Leipzig und eben auch der VfB Stuttgart dabei sein werden, diese Phalanx irgendwo zu durchbrechen.
Die Stuttgarter haben eine positive Entwicklung seit Jahren, das muss man sagen, seit Sebastian Hoeneß als Sportlicher Leiter, als Trainer übernommen hat. Eine Entwicklung, die sehr, sehr gut ist, finanzieller Art sowieso. Das Transfervolumen stimmt genau, Transferüberschüsse stimmen auch, die Qualität der Spieler stimmt, es wird ein attraktiver Fußball gespielt. Und sie sind ja auch diejenigen, die das Bundesliga-Eröffnungsspiel beim FC Bayern München bestreiten werden.
Also Stuttgart für mich, in Verbindung mit Leipzig, Dortmund habe ich genannt, diejenigen, die Bayern München in erster Linie verfolgen. Aber das reicht nicht, das reicht nicht. Ich glaube, von hinten kommt noch ein kleiner Schub. Man weiß noch nicht ganz genau.
Neururer über Leverkusen: „Junge Talente, vielversprechende Talente“
Wieder ein neuer Umbruch, wieder ein neuer Trainer. Wie sieht es aus bei Leverkusen? Spieler mit einem unglaublichen Talent, zweifelsfrei im Team vorhanden, aber wie schnell läuft die Gesamtentwicklung?
Nach dem Weggang von Alonso und nach der Meisterschaft hat Leverkusen leider erleben müssen, was es heißt, so erfolgreich zu sein. Begehrlichkeiten sind geweckt worden und die großartige Mannschaft wurde mehr oder weniger auseinandergerissen. Man musste verkaufen und war nicht imstande, die Spieler zu halten. Trotz der Unterstützung der Bayer-Werke war das eben nicht drin.
Mittlerweile baut man eine neue Mannschaft auf und auch die variiert mal immer wieder. Junge Talente dabei, vielversprechende Talente. Wenn sie wirklich mal eine Zeit lang zusammenbleiben würden, glaube ich, dass Leverkusen die Mannschaft sein wird, die zu den europäischen Rängen sowieso, aber auch in den Bereich der Champions League wieder kommen kann und irgendwann vielleicht auch mal wieder oben angreifen kann. Momentan reicht es aber eben noch nicht.
Neururer über Krösche: „Nicht in Frage gestellt, aber zumindest hinterfragt“
Das Gleiche gilt für Eintracht Frankfurt. Mittlerweile sieht es ja so aus, dass selbst Krösche zwar nicht in Frage gestellt, aber zumindest hinterfragt wird. Was da in der Torwartfrage zum Beispiel gelaufen ist, seit dem Weggang von Trapp, ist nicht gerade glücklich. Zetterer wird den Verein jetzt auch noch verlassen, er will in die Premier League wechseln, er wäre die Nummer eins.
Sie brauchen auf jeden Fall nicht nur einen neuen Torwart, sondern sie brauchen eine Struktur, eine Struktur die sie immer hatten, die aufgebaut war. Ein begeisterungsfähiges Publikum hat man ohnehin. Eine Unterstützung, die seines Gleichen sucht, hat man auch bei der Eintracht, aber mittlerweile sieht es so aus, dass die Fluktuation zu groß ist. Bei den Trainerwechseln nach Toppmöller, das muss man ganz ehrlich sagen, ist nichts Großartiges im Positiven passiert.
Ganz im Gegenteil. Man hat sich verschlechtert und das darf ja nicht das Ziel von Eintracht Frankfurt sein, nur Transferüberschüsse zu verzeichnen, weil das bringt sie einfach nicht weiter. Im Augenblick sind sie nicht zugehörig zu den Mannschaften, zumindest würde ich sie nicht einteilen, wenn es darum geht, wer kommt, auf jeden Fall in die europäischen Ränge. Damit hat sich letztendlich mit Eintracht Frankfurt aber auch eine Sache abgeschlossen, die man ohnehin nicht mehr ganz genau sagen und konkretisieren kann.
Neururer über Freiburg: „Hat Frankfurt abgelöst“
Die Entwicklung des SC Freiburg, der da reingestoßen ist in den letzten Jahren, auch nach dem Weggang von Kult-Trainer Christian Streich als Julian Schuster übernommen hat, der die Philosophie von Streich und eben auch von Freiburg 1:1 ersetzt hat und übernommen hat, ist großartig. Großartige internationale Auftritte. Dieser Verein, der SC Freiburg, hat für mich persönlich in der Hierarchie der gesamten Spitzenmannschaften in Deutschland Frankfurt vorübergehend abgelöst.
Was dann kommt, ist die große Frage. Das so genannte Mittelfeld der Bundesliga wird, für mich persönlich, angeführt von Hoffenheim. Hoffenheim hat auf jeden Fall das Potenzial, unter die ersten Sieben der Bundesliga zu kommen, also in den Bereich der internationalen Plätze. Für mich ein Geheimfavorit für große Überraschungen. Ausgeschlossen natürlich, die Deutsche Meisterschaft.
Was kommt dann? Das sogenannte Mittelfeld. Der 1. FC Köln wird immer wieder genannt. Dann geht es weiter mit Borussia Mönchengladbach, dem HSV und, und, und… Viele, viele Fragezeichen. Immer wieder Mannschaften, aus deren Kreisen dann immer jemand rausstößt und zwar im Negativbereich, aber auch im Positivbereich.
Neururer über FC Köln: „Müssen aufpassen, denn die Erwartungshaltung ist immer riesengroß“
Augsburg wird immer wieder gehandelt als eine Mannschaft, die letztendlich oftmals Schwierigkeiten hatte, genauso wie Mainz 05, vielleicht mit in Abstiegsgefahr zu geraten. Aber dann durch eine Wandlung, plötzlich sieht das ganz, ganz anders aus und sie sind im gesicherten Mittelfeld. Mainz eher mit Tendenzen nach noch höher als zum Beispiel Augsburg, aber sie werden mit Sicherheit mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Der 1. FC Köln muss aufpassen, die ganze Diskussion während der ganzen Vorbereitungszeit über El Mala war mit Sicherheit nicht nützlich. Jetzt hat er verlängert, ein wichtiger Mann für den 1. FC Köln aber heißt das dann auch, dass er bleibt? Das ist die große Frage. Und wer ersetzt auf der rechten Seite die Offensivposition von Kaminski? Auch die große Frage. Also Fragen über Fragen.
Die Kölner müssen aufpassen, dass sie nicht abrutschen, denn die Erwartungshaltung beim Effzeh ist immer riesengroß. Mit einem neuen Trainer, der in der letzten Saison drei, vier Spiele übernommen hat und im Prinzip, dadurch das er vorher Co-Trainer war, die Problematiken im Verein selber kennengelernt hat. Aber wie reagiert er auf diese Situation mit dem 1. FC Köln mit seiner Erfahrung? Viele, viele Fragezeichen.
Und dann kommt natürlich das, was man immer wieder ansprechen muss: Die Aufsteiger. Die Aufsteiger, auch in diesem Jahr, auch wenn Schalke 04 dabei ist, Elversberg und Paderborn werden sowieso genannt. Die Aufsteiger haben grundsätzlich immer nur ein einziges Ziel, und zwar so schnell wie möglich und hoffentlich die Liga zu halten.
Das ist auch die Prämisse in diesem Jahr. Je schneller ich die Liga erhalte, je schneller ich die Sicherheit habe, in der Liga zu bleiben, umso eher kann ich mich auch konzeptionell weiterentwickeln und weiterhin verstärken, um dann letztendlich wieder ein fester Bestandteil der Bundesliga zu werden.
Bleibt sportlich. Euer Peter Neururer.
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Karl-Heinz
Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…

