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Juan Pablo Montoya über Miami GP: „Würde mein Geld auf Max Verstappen setzen“

Aktualisiert Mai 9

Juan Pablo Montoya
Bild: Juan Pablo Montoya warnt VW vor einem Einstieg in die Formel 1. (© IMAGO / Icon SMI)

 

Das Interview mit Ex-Formel-1-Star Juan Pablo Montoya

 

Im Interview mit den geschätzten Kollegen von VegasInsider gab Juan Pablo Montoya seine Einschätzung zu den aktuellen Entwicklungen der Formel 1 ab und äußerte seine Meinung zu den Themen rund um den Miami GP, Mercedes und Charles Leclerc.

 

Alle Infos zum Grand Prix von Miami

 

Juan Pablo Montoya über Miami: „Wetter ist unberechenbar“

 

Welcher Bolide wird mit der Strecke in Miami am besten zurechtkommen?

Juan Pablo Montoya: „Ich würde davon ausgehen, dass die Strecke in Miami wirklich glatt sein wird, da es sich um eine neue Strecke handelt. Es wird interessant sein zu sehen, welchen Belag sie verwenden.

Eines der Dinge, die ein Problem sein könnten, ist das Wetter. Es regnet nicht viel, aber fünf Minuten lang kann es richtig schütten. Dann kommt nicht nur ein leichter Nieselregen, der Untergrund wird komplett nass sein und komplett feucht. An vielen Orten sieht man die Wetterfront kommen. Nicht hier. Es ist einfach ‚Ruckzuck, alles nass und weg‘.

Das Wetter könnte einen massiven Einfluss auf das Rennen haben. Ein Unwetter könnte an der Strecke vorbeiziehen, es könnte auch nur einen Teil der Strecke nass machen. Das wird ziemlich interessant. Sie werden Spotter und Radargeräte und alles haben, um die Teams wissen zu lassen woher der Regen kommt, aber es ist sehr schwer vorherzusagen.“

 
Welche Teams würden von einer trockenen und welche von einer nassen Strecke profitieren?

„Ich denke der größte Gewinner auf nasser Strecke wäre Max Verstappen. Max hätte einen großen Vorteil, er scheint sehr stark zu sein und sich im Nassen wohl zu fühlen. Wenn es trocken ist, würde ich wahrscheinlich auf Ferrari setzen.

Es wird interessant sein zu sehen, was Charles Leclerc nach dem Fehler von letzter Woche macht. Ob er sich weiter voll reinhängt und alles großartig funktioniert oder ob er in seiner Leistung eine Stufe zurückgeht, nur um vorsichtig zu sein und keinen erneuten Fehler zu machen. Wenn man das macht, dann bringt man sich in eine schlechte Situation, weil man Leistung wegnimmt.

Ich finde es gerade ziemlich faszinierend, denn wenn man sich Max ansieht, er sah in den ersten paar Rennen sehr überzeugend aus, dann war er nicht mehr wirklich da. Wenn man sich den Grand Prix in Saudi-Arabien ansieht, dass Sergio Perez in der Lage war ihn zu schlagen – ohne respektlos zu sein – ist überraschend.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand damit gerechnet hat. Besonders bei dem was wir zuvor gesehen haben. Aber wenn man sich den Max Verstappen ansieht, der nach der Hälfte des Sprintrennens aufgetaucht ist in Imola und am Sonntag…dieser Typ, mit diesem Auto, sie werden kämpfen, um zu gewinnen.“

 

Tipp: Wer gewinnt die Miami GP?

 
Irgendein Fahrer, der die Erwartungen in Miami übertrifft?

„Ich denke, es könnte ein wirklich guter Tag für einen Typen wie Checo (Sergio Perez, Anm.) oder Lando Norris werden. Das sind die beiden Jungs die uns überraschen könnten. Ich denke, auf einer neuen Strecke profitieren die jungen Kerle.

Entweder Checo, weil der Latin-Flair hier in Miami vorhanden ist. Viele Mexikaner sind hier. Für ihn ist es wie ein zweites Heimrennen. Das wird eher ein Heimrennen als Austin.

Ich denke, die Atmosphäre für einen Typen wie Lando kann ihn wirklich herausragen lassen. Und er wird sich hier zu Hause fühlen. Das wird wirklich interessant zu sehen.“

 

Juan Pablo Montoya über VW in Formel 1: „Müssens mindesten 10 Jahre bleiben“

 

Und wer gewinnt?

„Wenn ich ein Wettmensch wäre, würde ich mein Geld wahrscheinlich auf Max setzen. Charles Leclerc, wenn das Team zu ihm gegangenist und gesagt hat: ‚Gib einfach weiter Vollgas und mach Dir keine Sorgen.‘ Wenn sie ihm das gesagt haben, könnte er das Rennen ebenfalls gewinnen.

Aber mein Geld würde ich diese Woche auf Max setzen. Vor allem bei dem Wetter in Miami.“

 
Die McLarens haben sich in den letzten Rennen deutlich verbessert. Glauben Sie, sie fangen an ihr Auto endlich zu verstehen?

„McLaren ist eines dieser Teams, die gerade auf dem Sprung sind, dass sie, wenn sie mit dem Auto einen großen Schritt machen, genau dort gewinnen könnten. Es sieht im Moment wahrscheinlicher aus, dass ein McLaren mit Ferrari und Red Bull Schritt hält, als ein Mercedes.

Wenn Mercedes einen Schritt gemacht hat, dann wird man näher an den McLaren herangerückt sein und wenn McLaren einen Schritt gemacht hat, dann wird er näher an einen Red Bull und einen Ferrari herangerückt sein.

Ich persönlich denke, dass Mercedes zwei Schritte von ihnen entfernt ist. Sie haben die Leute, die Ressourcen, alles.

Sie haben gedacht das Problem, dass sie versuchen herauszufinden, hätten sie im Windkanal bereits herausgefunden und auf die Strecke gebracht. Der Windkanal läuft bis zu 250 km/h und das Problem beginnt aber bei 300. Und das können sie nicht simulieren.

Also denken sie, dass sie es behoben haben und sie denken, dass sie nie ein Problem hatten. Es ist schwierig. Wahrscheinlich raufen sich viele Analysten, viele Ingenieure im Schuppen die Haare und versuchen es herauszufinden.

Das ist das, worin ich Toto Wolff für sehr stark halte. Sie haben eine wirklich gute Gruppe von Leuten zusammengetrommelt und auch eine große Gruppe von Leuten und Toto hat sie vereint.

Wenn man vier Leute hat, wie es bei Mercedes der Fall ist, und man sie tatsächlich dazu bringen kann zusammenzuarbeiten, finde ich das unglaublich und deshalb war Mercedes so gut. Und das ist Toto im Hintergrund, dem man das zu verdanken hat.“

 

Wettquoten: Wer wird Formel 1 Weltmeister?

 
Volkswagen bestätigte den Einstieg von Audi und Porsche in die F1. Finden Sie das gut für den Sport?

„Ich denke, es wird großartig für den Sport sein einen anderen Hersteller zu sehen. Ich denke, für die Hersteller, die jetzt einsteigen, ist es wirklich wichtig, dass sie langfristig einsteigen. Früher, als Teams wie McLaren Rennen fuhren, wechselte Williams die Marke, der Motorenhersteller war ein Lieferant oder Partner.

Und jetzt, wenn die Hersteller selbst zu Teams werden, ist es gut, dass sie sich wirklich für den Sport engagieren. Ich denke das ist Teil des Deals. Wenn Sie einsteigen, müssen Sie mindestens 10 Jahre bleiben oder wie lange auch immer ist.

Sie haben lange darüber gesprochen. Sie sehen eine gute Gelegenheit mit den neuen Engine-Regeln und ich denke es wurden viele Dinge zugestanden, um sicherzustellen, dass sie mit den Regeln für die Teilnahme zufrieden sind.

Man hört von Porsche und Audi, also planen sie mit zwei Teams. Wollen sie Lieferant sein oder wollen sie ein Team sein?

Es gibt nicht viele Teams zu kaufen. Das einzige Team, an das Sie heute denken können, ist wahrscheinlich Williams. Denn die Leute die es gekauft haben, haben es als Investition gekauft. Wenn sie einen Teil ihres Geldes zurückbekommen und etwas Geld daran verdienen können, sie würden sich freuen.

Oder wollen sie als Lieferant anfangen und dann ein Team gründen, wie es BMW zuvor getan hat?“

 

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