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Boris Becker Vermögen & Schulden: So pleite ist er, so reich war er und das darf er jetzt verdienen

Veröffentlicht am 11. Januar 2023

Thomas Haider

Von Thomas Haider

Sportwetten-Experte

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Bild: Wie groß sind die Boris Becker Schulden und wie groß war das Becker Vermögen einmal? (© Hendrik Schmidt / dpa / picturedesk.com)
 

Für Boris Becker wurde es ab dem 21. März 2022 richtig ernst.

Seit damals spielte der 54-Jährige ehemalige Tennisstar das vielleicht schwerste Match seines Lebens. Nicht auf dem Center Court, sondern im Gerichtssaal gegen die als knallhart bekannte Richterin Deborah Taylor und zwölf Jurymitglieder.

Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung. In seinem Insolvenzverfahren, das seit 2017 gegen ihn läuft, soll er Vermögenswerte verschwiegen und Gelder unberechtigt verschoben zu haben.

Es geht um insgesamt 24 Fälle und einen Schaden von mehreren Millionen Euro. Dem sechsmaligen Grand Slam-Champion und ehemaligen Weltranglisten-Ersten drohten deshalb vor Prozessbeginn im schlimmsten Fall bis zu sieben Jahre Haft.

Die Jury hatte ihn in vier Anklagepunkten schuldig gesprochen.

 

Boris Becker: Game, Set, Knast

Am 29. April hat Richterin Deborah Taylor das Urteil verkündet.

Boris Becker wurde zu 2 Jahren und 6 Monaten Haft wegen Geldwäsche, Betrugs und Hinterziehung in der Insolvenz verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Becker kann in Berufung gehen.

Richterin Deborah Taylor: “Ich habe die Einwände, die für Sie vorgetragen wurden, in Betracht gezogen. Aber Sie machten persönlich Gebrauch vom Firmenkonto. Sie haben Eigentum unterschlagen, versteckt. So viel Geld ging verloren…”


 

Nach siebeneinhalb Monaten wurde Boris Becker am 15. Dezember wieder aus der Haft entlassen. Damit ist er wieder ein freier Mann.

Ihm droht nach seiner Abschiebung aus britischer Haft nach Deutschland keine weitere Strafe. “Für dasselbe Vergehen oder Verbrechen kann man nicht mehrfach strafrechtlich verfolgt werden”, sagte die Rechtsanwältin Natalie von Wistinghausen der Deutschen Presse-Agentur.

Die Boris Becker Schulden gibt allerdings auch weiterhin und nicht wenige stellen sich nun die Frage, wie er diese begleichen kann und will. Und: Was darf er überhaupt verdienen?

 

Boris Becker Schulden & Vermögen: Wie viel darf er jetzt verdienen? 

Am 20. Dezember um 20.15 Uhr gibt Boris Becker in der Sondersendung “Sat.1 Spezial. Boris Becker” sein erstes und einziges Interview in Freiheit. Dafür soll er laut Informationen der Bild etwa 515.000 Euro bekommen.

Doch was davon darf er von seinen Einnahmen und neu angeschafften Vermögen eigentlich behalten? Schließlich gibt es ja immer noch immer recht hohe Schulden, die Becker begleichen muss.

Fachanwalt Georg Fritsche sagte gegenüber der Bild: “Das Amtsgericht Heidelberg hatte angeordnet, dass das Insolvenzverfahren auch für Deutschland gilt.” Das bedeutet, dass Einnahmen von Boris Becker zur Insolvenzmasse gehören und er “den größten Teil” nicht behalten darf. 

t-online.de hingegen richtete eine Anfrage an Christian Oliver Moser, den Anwalt von Boris Becker: “Es gibt keine eigenständigen Insolvenzverfahren in Deutschland”, erklärte dieser.

Einige der Boris Becker Schulden laut Informationen von bild.de, etwa 488.000 Euro, sollen jedoch bereits an den Insolvenzverwalter gegangen – offen sind angeblich noch 435.000 Euro. Diese Schulden könnten theoretisch mit den Einnahmen des Interviews getilgt werden – doch das muss Becker nicht.

 


 

Denn das Honorar für das Interview gilt laut britischem Insolvenzrecht als “Einnahmen” und nicht als neues “Boris Becker Vermögen”. Der Insolvenzverwalter hat auf neue Einnahmen aber keinen direkten Zugriff.

Somit kann Becker in Deutschland demnach zunächst einmal verdienen, was er möchte, ohne fürchten zu müssen, dass ihm seine Einnahmen direkt wieder komplett abgenommen werden, um die gelisteten “Boris Becker Schulden” Schulden zu begleichen.

Aber: Wenn er die übrigen Schulden allerdings nicht bezahlt, droht ihm eine Klage. Und somit eigentlich wieder Gefängnis…

Nicht erst jetzt nacht der Haftentlassung, sondern lange seit Prozessbeginn fragte sich nicht nur ganz Deutschland: Wie groß sind die Boris Becker Schulden eigentlich – und wie groß war das Boris Becker Vermögen früher?

 

Boris Becker Schulden in Höhe von fast 60 Millionen

Die Schulden von Boris Becker sind seit Jahren sukzessive angewachsen. Und zwar so extrem, dass Becker im Jahr 2017 von einem Gericht in London für zahlungsunfähig erklärt wurde.

Die Boris Becker Schulden wurden vom damaligen Konkursgericht auf bis zu 50 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) geschätzt.

Allein 37 Millionen Euro sollen die Becker Schulden an den Schweizer Geschäftsmann Hans-Dieter Cleven betragen. Mittlerweile fordern 15 Gläubiger Geld von Boris Becker.

Die Rückzahlung an seine vielen Gläubiger läuft seit Jahren aber nur sehr schleppend. Pro Schulden-Euro gibt es eine „Dividende“ von gut 0,85 Cent pro Euro (100 Cent). Das bedeutet: Für eine Million Euro Schuldenlast gab es 8500 Euro zurück. Wenn überhaupt.

Eine ähnlich lächerliche Summe war 2020 an die Becker-Gläubiger gegangen. Insgesamt wurden seit Beginn der Insolvenz in den vergangenen vier Jahren etwas über vier Millionen Euro an Werten aus dem Becker-Vermögen zusammengetragen.

 

Rückzahlungen: Wie setzte sich das Boris Becker Vermögen für die Gläubiger zusammen?

Einen kleinen Teil der Schulden wurden aus dem verbleibenden bzw. wieder entstandenden Boris Becker Vermögen getilgt.

2019 musste Becker insgesamt 80 Erinnerungsstücke an seine einst sehr erfolgreiche Zeit versteigern. Neben Trophäen, Medaillen, Fotos und Schläger waren sogar getragene Tennissocken dabei, mit denen er früher spielte. Das alles brachte ihm etwa an die 900.000 Euro ein.

Zudem wurde aus dem noch vorhandenen Boris Becker Vermögen eine Wohnung in seinem Heimatort Leimen, in der Becker seine Kindheit verbracht und die er von seinem Vater geerbt hatte, wurde für 194.000 Euro verkauft.

Dazu auch Schmuck im Wert von 46.000 Euro und auf unterschliedlichen Bankkonten fanden sich 37.000 Euro.

Aber warum bekamen die Gläubiger davon nur so wenig Geld?

Ein Großteil der Erlöse von rund 2,8 Millionen Euro wurden als Verwaltungskosten verbucht. Darunter Anwaltshonorare (ca. 590.000 Euro), Gebühren für Gutachter (ca. 280.000 Euro) und die Vergütung der Insolvenzverwalter (ca. 900.000 Euro).

 

Becker und die Finanz…

Becker hatte bereits in der Vergangenheit rechtliche Schwierigkeiten.

Im Jahr 2002 wurde er von einem deutschen Gericht wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Die spanische Justiz nahm Becker wegen Schulden im Zusammenhang mit seiner Villa auf Mallorca ins Visier, und die Schweizer Justiz, weil er den Pfarrer nicht bezahlt haben soll, der ihn 2009 traute.

 

Die gigantischen Becker Schulden bei Cleven

Einer der größten Gläubiger von Boris Becker ist Hans-Dieter Cleven. Bereits 2015 hatte Cleven seinen ehemaligen Geschäftspartner Becker in der Schweiz angezeigt.

2017 hat ein Schweizer Gericht festgestellt, dass Boris Becker seinem ehemaligen Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven an die 37 Millionen Euro schuldet.

Becker muss die Schulden zwar noch nicht zurückzahlen, weil eine Kündigung des Darlehens nicht ausgesprochen wurde – aber an der Höhe der Verbindlichkeiten gibt es keinen Zweifel.

 

So entstanden die Becker Schulden bei Cleven

Am 13. Dezember 2001 fing es demnach mit einem Darlehen in Höhe von damals 2,5 Millionen Mark an.

Spätere Ergänzungen erweiterten den Kreditrahmen inklusive Zinsen per Ende 2003 auf 6,1 Millionen Euro und per Ende 2007 auf 18,2 Millionen Euro. Während dieser Zeit hat Becker offenbar nie einen Cent zurückgezahlt.

Neue Vereinbarungen ließen den Darlehensbetrag bis zum 30. September 2013 auf 39,792 Millionen Schweizer Franken ansteigen (36,13 Millionen Euro).

“Es gab eine Darlehnsaufstellung, die regelmäßig von ihm unterschrieben wurde”, sagte Cleven in einem Spiegel- Interview 2017.

 

Die Becker Schulden Cleven

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Bild: Die Boris Becker Schulden beim Schweizer Unternehmer Hans-Dieter Cleven (das Foto stammt aus 2012) sollen sich auf fast 40 Millionen Euro belaufen haben. (© Frank May / dpa / picturedesk.com)
 

Ende 2008 habe Becker ihm “alle privaten Vermögenswerte” als Sicherheit überschrieben. Dazu hätten neben der Finca auf Mallorca das Elternhaus in Leimen, Autohäuser in Ostdeutschland und die Londoner Wohnung gezählt, in der Angela Ermakova und die gemeinsame Tochter Anna lebten.

Damals hätten die Schulden 20 Millionen Euro betragen.

Becker habe zwischendurch auch immer mal wieder Geld zurückgezahlt. “Ich habe geglaubt, dass wir eines Tages eine Lösung finden werden”, so Cleven.

Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser sagte damals dazu gegenüber der Bild, dass die Forderungen unbegründet seien:

„Mein Mandant hat die von Herrn Cleven behaupteten Darlehensbeträge zu keinem Zeitpunkt erhalten. Deshalb ist und bleibt die Forderung von Herrn Cleven gänzlich unberechtigt.“

 

Boris Becker Steckbrief: Alter, Vermögen, Kinder

Name:Boris Franz Becker
Geboren am:22. November 1967
Geburtsort:Leimen
Eltern:Elvira und Karl-Heinz Becker
Wohnort:London (ENG)
Größe:191 cm
Familienstand:geschieden
Feundin:Lilian De Carvalho Monteiro
Kinder:Sohn Amadeus, Sohn Noah, Sohn Elias, Tochter Anna
Karriere-Preisgeld:22,08 Millionen US-Dollar

 

Wie groß war das Boris Becker Vermögen früher?

Boris Becker hat eine gigantische Summe an Schulden in den letzten Jahren angehäuft.

Dabei stellt sich natürlich eine Frage: Wie groß war war das Boris Becker Vermögen früher?

Alleine in seiner von Tenniskarriere von 1985 bis 1999 hat Becker über 25 Millionen US-Dollar an Preisgeld verdient. Damit zählt Becker noch heute zu den besten 20 Tennisprofis mit den höchsten Preisgeldern der Tennis-Geschichte!

Das Becker Vermögen setzt sich aber nicht nur aus den Preisgeldern zusammen, die er in seiner sportlichen Karriere verdient hatte. Deutschlands eheamliger Tennissuperstar hatte schon während seiner Karriere lukrative Ausrüster-Verträge und Werbedeals, unter anderem mit AOL, D.A.S. und Mercedes.

Das gesamte Boris Becker Vermögen wurde einmal auf über 100 Millionen Euro geschätzt!

 

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So verbrannte Boris Becker sein Vermögen

⇒ Unterhalt für 3 Kinder in unbekannter Höhe
⇒ 15 Millionen Euro kostete angeblich die Scheidung von Barbara Becker (2011)
⇒ Einmalige Unterhaltszahlung von 6 Millionen Euro für Angela Ermakowa + 5.100 Euro monatlich (2001)
⇒ 35.000 Euro pro Monat für sein Mietshaus in Wimbledon-London
⇒ Mehrere Unternehmenspleiten wie etwa mit Sportgate, das 2001 Insolvenz anmeldete. 2007 wurde Becker zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 108.000 Euro verurteilt.
⇒ Luxuriöser Lebensstil
⇒ Laut Focus flog er jährlich im Privatjet mit Bodyguards und Gefolgschaft für ca. 750.000 EUR in der Welt herum


 

Selbst nach seiner Profi-Karriere verdiente Becker mit hochdotierten TV-Jobs. So soll das Becker Gehalt für seine Tätigkeiten bei Eurosport und BBC über 100.000 Euro pro Jahr betragen.

Von November 2007 bis Mitte Mai 2013 war Becker Werbeträger der Onlinepoker-Plattform PokerStars.

Des Weiteren war Boris Becker aber auch als (eher weniger erfolgreicher) Unternehmer tätig.

Unter anderem Eigentümer von drei Autohäusern der Marke Mercedes in Greifswald, Stralsund sowie in Ribnitz-Damgarten. Er beschäftigte damals an die 160 Mitarbeiter und der Umsatz lag bei über 30 Millionen Euro, jedoch machte er keinen Gewinn, sondern nur Verlust.

Von Dezember 2013 bis Ende 2016 war Boris Becker als Trainer für Tennis-Superstar Novak Djokovic beschäftigt und verdiente hier ein stattliches Einkommen in der Höhe von 800.000 Euro pro Jahr.

Da Coaches nicht nur ein Fixum bekommen, sondern an den Preisgeldern ihrer Schützlinge auch prozentuell beteiligt sind, dürfte das Boris Becker Vermögen in diesen drei erfolgreichen Jahren enorm angewachsen sein.

 

Wer ist der Tennis GOAT?

 

Boris Becker Schulden & Vermögen: Worum geht es im Becker Prozess?

Bei dem Boris Becker Schulden Prozess ab 21. März 2022 geht es aber darum, dass Becker versucht haben soll, Geld und Wertgegenstände dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu entziehen.

Er soll Vermögen im Wert von 4,5 Millionen Pfund verschwiegen haben und Gelder unberechtigt verschoben zu haben. Es geht um 24 Fälle.

Ihm wird etwa vorgeworfen, Geld an seine Ex-Frauen Barbara und Lilly überwiesen, Immobilienbesitz nicht angegeben und Pokale aus seiner Karriere nicht ausgehändigt zu haben.

In der Regel wird ein Insolvenzverfahren in England nach einem Jahr beendet und die Akte geschlossen. Der Schuldner bekommt die noch verbleibenden Schulden erlassen. Während das Verfahren läuft, muss der Schuldner einige Auflagen befolgen.

Becker hatte sich anscheinend nicht an einige dieser Regeln gehalten. Aus diesem Grund werden die Einschränkungen des Insolvenzverfahrens bis zum Jahr 2031 verlängert und es kommt nun zum Prozess.

Mark Ford von der britischen Finanzberatung Smith & Williamson: “Obwohl Herrn Becker mehrfach die Möglichkeit gegeben wurde, mit uns zusammenzuarbeiten und uns Informationen zu geben, hat er dies nicht getan.”

Bei einer Gerichtsanhörung im Oktober 2020 plädierte Becker in allen 28 Anklagepunkten auf nicht schuldig. Sein Anwalt sagte, Becker sei entschlossen, die Vorwürfe zu entkräften und seinen Ruf wiederherzustellen.

 

So wurden die Becker Schulden bekannt

Die Privatbank Arbuthnot Latham & Co forderte die Rückzahlung von langjährigen Schulden (10,5 Millionen Euro) ein, da der ehemalige Tennisstar seit 2015 mit seinen Zahlungen in Rückstand war.

Einen von Beckers Anwälten geforderten Aufschub von 28 Tagen um eine Villa auf Mallorca für rund 6 Millionen Euro zu verkaufen lehnte die Richterin ab. Damit kam alles an die Öffentlichkeit.

Das Becker Schulden Verfahren geschieht nach englischem Recht, da der ehemalige Tennisstar in Wimbledon (Süd-West-London) lebt.

 

Welche Strafe droht Becker im Schulden-Prozess 2022?

Der dreimalige Wimbledon-Sieger plädierte bei einer ersten Anhörung in allen Punkten auf nicht schuldig.

Sollte das Gericht Becker jedoch für schuldig befinden, könnte ihm eine Haftstrafe drohen – theoretisch bis zu sieben Jahre.

Richterin Deborah Taylor gilt in Finanzverfahren als knallhart und gnadenlos.

Sie verurteilte WikiLeaks-Gründer Julian Assange (50) wegen Verstoßes gegen britische Kautionsauflagen zu 50 Wochen Gefängnis und warf ihm vor, dass seine Flucht in die Botschaft von Ecuador und der darauf folgende sieben Jahre lange Aufenthalt dort den Steuerzahler umgerechnet 19,2 Mio. Euro gekostet habe.

 

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