Vom Schiedsrichter zum Videobeweis – Technische Hilfe im Fußball

Updated Jul 14 671 views

Markus Sonderegger

By Markus

Sportwetten-Experte

„Sein oder Nichtsein?“ diese Frage, die sich Hamlet in der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare stellt, spielt im modernen Fußball gerade eine sehr große Rolle. In den letzten Jahren gingen die Wogen hoch, denn die Diskussion, ob Schiedsrichter technische Unterstützungen erhalten sollen, steht unmittelbar vor ihrer Entscheidung. Zunächst einmal zu Testzwecken führt die Bundesliga den Videobeweis ein – Diskussionen sind garantiert.

Torlinien-Technik und Freistoßspray sind nur zwei Beispiele von technischen Hilfsmitteln, die seit einigen Jahren im Einsatz sind. In der Saison 2017/18 wird in der deutschen Bundesliga der Videobeweis Einzug halten – ein heftig umstrittenes Instrument, das den Fußballsport gerechter machen und die Schiedsrichter unterstützen soll.

Wurde der Video-Assistent in der vergangenen Spielzeit noch ohne Einflussnahme auf das Spiel getestet, läuft ab Saisonstart im Sommer 2017 die zweite Testphase an. Das System wird „scharf“ gestellt, womit der Videobeweis in der Bundesliga angekommen ist. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft dieser technischen Unterstützung des Unparteiischen wird im Frühling 2018 fallen, wenn die Regelhüter des Fußballs über den Videobeweis befinden.

 


Bild: Bereits 2014 hat sich in einer Umfrage eine Mehrheit für die Einführung des Videobeweises ausgesprochen. (Quelle: Statista)

 
Der Schiedsrichter soll als Unparteiischer über die Regeln des Spiels wachen und gegebenenfalls Sanktionen aussprechen. Allerdings gab es in den Anfängen des Fußballs noch keine allgemein gültigen Regeln, nicht einmal ein Schiedsrichter stand in den Urzeiten des Fußballsports auf dem Platz.

Die Einführung des Videobeweises ist ein neuer Meilenstein, der dem Fußball aller Voraussicht nach ein neues Antlitz verpassen wird. Ob zum Vor- oder zum Nachteil des Sports wird sich wohl erst nach dessen längerer Praxis zeigen. Änderungen bei den Fußballregeln sind jedoch nichts Neues, Diskussionen darüber auch nicht.

 

Inhaltsverzeichnis Quicklinks

 


 

1. Fußball-Regeln gab es nicht immer

Der moderne Fußball hat sich seit seinen Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts stetig weiter entwickelt. Am 26. Oktober 1863 wurde als erster Fußballverband der Welt die englische Football Association (FA) gegründet und die ersten verbindlichen Regeln für das Fußballspiel, das sich zu jener Zeit noch nicht allzu sehr vom Rugby unterschieden hat, aufgestellt.

1846 haben Studenten in Cambridge die ersten Fußball-Regeln verfasst. Damals bestand eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern, der Ball durfte noch mit den Händen gefangen werden, Pässe waren nur nach hinten (genau wie im Rugby, Anm.) erlaubt.

Ab 1863 kam es zu Einführung verbindlicher Regeln, nach denen ein Fußballspiel abzulaufen hatte. Diese unterlagen vor allem in der Anfangszeit stetigen Änderungen. So wurde beispielsweise das Abseits, das sich bereits im ersten offiziellen Regelwerk fand, schon drei Jahre später erstmals modifiziert.

„Ein Angreifer stand im Abseits, wenn er sich zum Zeitpunkt des Zuspiels weiter vorn befand als der Ball. Daher traten die Teams in den ursprünglichen taktischen Systemen mit bis zu acht Stürmern an, denn schließlich blieben nur Dribblings oder Zweikämpfe, wenn man den Ball nach vorne treiben wollte – genau wie beim Rugby“ (FIFA Homepage).

 

Video oben: Im Florenz wird noch eine besonders rustikale Art des Fußballs praktiziert, der „Calcio Storico“. Es geht ordentlich zur Sache, aber auch hier gibt es einen Schiedsrichter, der für die Einhaltung der Spielregeln sorgt. (Quelle: YouTube/Io Tifo Fiorentina)

 
Nur drei Jahre später wurde die Abseitsregel abgeändert: Ein Spieler stand nur dann im Abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Spieler vor sich hatte. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich das Passspiel entwickeln. Im selben Jahr wurden im sogenannten „Sheffield Code“ Eckball und Freistoß eingeführt.

1870 wurde die Anzahl der Spieler auf elf beschränkt, ein Jahr danach transformierte sich der Fußball endgültig zum „Fuß“-Ball: Den Feldspielern wurde das Fangen des Balls mit den Händen untersagt. Nur der Torwart dufte den Ball (in der eigenen Hälfte) mit der Hand spielen, musste ihn aber nach zwei Schritten wieder abgeben.

Im Jahre 1880 wurde der Schiedsrichter, damals allerdings als eine Art „Berufungsinstanz“, die an der Seitenlinie saß, eingeführt. Wenn man so will, bedeutet dies die erste „technische“ Unterstützung bei der Einhaltung der Fußballregeln. „Bis dahin klärten die Kapitäne der Teams strittige Situationen“ (Leipner 2014: S. 9).

Es gab zunächst zwei sogenannte „Umpires“ für jede Mannschaft, an die man sich bei Regelwidrigkeiten wenden konnte. Nur, wenn sich diese nicht einigten, wurde der Schiedsrichter angerufen.

Icon Info1886 wurde das International Football Association Board (IFAB) gegründet, das fortan als „Hüter der Fußballregeln“ agierte. Zunächst bestand das Gremium aus jeweils einem Vertreter der vier britischen „Urverbände“ (England, Schottland, Wales und Irland), seit 1913 entsendet der Weltverband (FIFA) vier weitere Mitglieder (IFAB-Homepage).

Ab 1891 war der Schiedsrichter das kontrollierende und ausführende Organ eines Fußballspiels, das Spieler ausschließen sowie Straf- und Freistöße verhängen konnte. Aus den beiden ursprünglichen Umpires wurden Linienrichter, die heutigen Schiedsrichterassistenten.

Mit diesen Regelungen erhielt der Fußball langsam, aber sicher sein modernes Gesicht.

 

Weitere Meilensteine in der Entwicklung der Fußballregeln waren:

  1. Änderung der Abseitsregel von einer „3-Spieler-Regel“ zu einer „2-Spieler-Regel“ (1925)
  2. Einführung der Schuhpflicht 1950
  3. Ab 1967: Einwechslung von Ersatzspielern, zunächst einer, dann zwei (1968) und ab 1995 ist die Einwechslung von drei Ersatzspielern möglich
  4. Einführung der gelben und roten Karten nach einem Regelübertritt (1970)
  5. Elfmeterschießen nach Verlängerung (1970)
  6. Änderung der Abseitsregel: „Gleiche Höhe“ nicht mehr abseits (1990)

 

1993 wurde eine besonders einschneidende Änderung vorgenommen, die sogenannte Rückpassregel. Ab diesem Zeitpunkt durfte der Torwart einen absichtlichen Rückpass seines Mannschaftskollegen nicht mehr mit der Hand berühren.

Die Regeln des Fußballs unterliegen einem stetigen Wandel, zum „Wohle des Fußballs“ („For the Good of the Game“) wie die FIFA auf ihrer Homepage betont. Das Hauptaugenmerk richtet sich darauf, das Spiel schneller und offensiver zu machen.

Seit einiger Zeit steht der Fußball vor einer seiner größten Umwälzungen: Der Ruf nach technischen Hilfsmitteln wurde in den letzten Jahren immer lauter.

 
20170702_PD6357 (RM) Videobeweis Confed Cup © GES-Sportfoto / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

Bild: An dieses Bild wird man sich ab heuer in der Bundesliga gewöhnen müssen. Der Video-Assistent hat, wie beim Confederations Cup in Russland, die Möglichkeit, ins Spiel einzugreifen.
(© GES-Sportfoto / dpa Picture Alliance / picturedesk.com)

 
Zum einen, weil der Fußball immer schneller wurde und es nach menschlichem Ermessen extrem schwierig ist, immer die richtige Entscheidung zu treffen und zum anderen hat sich der Fußball zu einem milliardenschweren Wirtschaftszweig entwickelt, bei dem der „menschliche Makel“ nicht mehr viel verloren haben soll.


 

2. Fussball als Big Business

„Zahlen lügen nicht“, heißt es bekanntlich und wenn man sich die Entwicklung des Fußballs ansieht, dann wird deutlich, dass sich der Sport zu einem „Big Business“ entwickelt hat, das jährlich Milliarden umsetzt. Neben Sponsoren und Einnahmen aus Transfergeschäften sorgt der Verkauf der TV-Rechte für hohe Einnahmen.

Alleine in der Bundesliga haben sich die Einnahmen aus den TV-Übertragungsrechten vervielfacht. Für die nächsten drei Spielzeiten (2017/18 bis 2020/21) belaufen sich die Einnahmen jährlich auf ca. 1,16 Milliarden Euro. Damit haben sich die durchschnittlichen Jahreseinnahmen im Vergleich zur vorigen Vergabeperiode nahezu verdoppelt (siehe Grafik).

 

statistik-zu-den-tv-einnahmen-der-fussball-bundesliga-bis-2021

 
Im internationalen Vergleich sind das aber immer noch Peanuts. So kassiert die englische Premier League für ihre TV-Rechte pro Jahr ca. 2,3 Milliarden Euro, also doppelt so viel.

Auch international gingen die Einnahmen durch immer kostspieligere TV-Rechte durch die Decke. So haben sich die Einnahmen der UEFA aus dem Verkauf der Übertragungsrechte für ihre Klubbewerbe (Champions League, Europa League und Superpokal) innerhalb der letzten 15 Jahre verdreifacht.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Die Kosten der TV-Rechte für die Königsklasse waren zuletzt so hoch, dass öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie das ZDF oder der österreichische ORF im Bieterwettstreit das Nachsehen hatten. Sky und der Streaming-Dienst DAZN erhielten den Zuschlag, genaue Summen sind allerdings nicht bekannt.

Doch nicht nur die Kosten-Entwicklung der TV-Rechte geht steil nach oben. Die Umsätze der europäischen Top-Ligen steigen von Jahr zu Jahr, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zeigt. Die Bundesliga hat im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von 2,71 Milliarden Euro erreicht. Damit liegt Deutschlands Top-Liga weiterhin auf Platz zwei. Der Abstand zur englischen Premier League, die 4,87 Milliarden umgesetzt hat, ist allerdings sehr groß.

 

Infografik: Die umsatzstärksten Fußball-Ligen Europas | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Für die nächsten Jahre ist eine weitere deutliche Steigerung aufgrund der oben erwähnten größeren TV-Einnahmen zu erwarten.


 

3. Besonders umstrittene Entscheidungen der Fußballgeschichte

In Anbetracht der Summen, die mit der Jagd nach dem runden Leder bewegt werden, ist es kaum verwunderlich, dass Klubs Fehlentscheidungen im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen kommen. Mithilfe von technischer Unterstützung sollen daher besonders eklatante Fehlentscheidungen vermieden bzw. zurückgedrängt werden.

Fehlentscheidungen sind in der Geschichte des Fußballs zuhauf vorgekommen und werden auch in Zukunft – trotz Videobeweis – immer wieder passieren. Ein paar besonders krasse Fehlpfiffe haben sich ins kollektive Gedächtnis der Fußball-Fans eingegraben:

„Wembley-Tor“:
Das „Wembley-Tor“ ist insbesondere deutschen Fußball-Fans in Erinnerung geblieben und ist bis heute nicht restlos aufgeklärt. Darauf wird im folgenden Kapitel noch genauer eingegangen. An dieser Stelle nur so viel: durch dieses extrem umstrittene Tor zur 3:2-Führung in der Verlängerung haben die Engländer gegen die DFB-Elf im WM-Finale von 1966 den Grundstein zum Titelgewinn gelegt.

„Hand Gottes“:
1986 sorgte die „Hand Gottes“ für reges Kopfschütteln. Im WM-Viertelfinale zwischen Argentinien und England erzielte Diego Maradona im Zweikampf mit England-Keeper Peter Shilton die 1:0-Führung mit der Hand. Schiedsrichter Ali Ben Naceur glaubte, dass der 1,68m große Maradona den Ball mit dem Kopf getroffen hätte.

„Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf“, so der Argentinier nach dem Spiel. Erst 2005 gab er zu, den Ball mit der Hand gespielt zu haben. Argentinien gewann schlussendlich mit 2:1, wobei Maradona mit seinem legendären 60m-Sololauf den zweiten Treffer besorgte.

 

Video: Das wohl berühmteste Tor, das mit der Hand erzielt wurde. Diego Maradona und die „Hand Gottes“ gegen Peter Shilton und England. (Quelle: YouTube/ClassicEngland)

Phantomtor von Thomas Helmer:
Zu besonderer Berühmtheit gelangte das Phantomtor von Thomas Helmer. Am 23. April 1994 beförderte der Defensivmann im Spiel des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg den Ball am linken Pfosten vorbei. Dennoch wurde der Treffer anerkannt. Der DFB setzte allerdings ein Wiederholungsspiel an, das der FCB mit 5:0 für sich entscheiden konnte und sich damit zum Deutschen Meister kürte.


icon-speech_bubble„Ich wusste sofort, dass der Ball daneben gegangen war, sonst aber wusste ich für den Augenblick gar nicht, was los war. Es war ja eine turbulente Torraumszene. Torhüter Andy Köpke lag hinter der Nürnberger Torlinie, und ich dachte für einen Moment, dass der Ball vorher drin gewesen sein könnte.“

– Der damalige Bayern-Spieler Thomas Helmer in einem Spiegel-Interview vom Oktober 2013 über sein Phantomtor gegen den 1. FC Nürnberg.


Die „Schutzschwalbe“ von Andreas Möller:
Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, doch im Fußball wird durch diese Unsportlichkeit in zahlreichen Fällen ein Strafstoß herausgeschunden. Andreas Möller prägte den Begriff „Schutzschwalbe“. Nachdem er 1995 im Spiel zwischen dem BVB und Karlsruhe mit seinem Abheben ohne Einwirkung von Gegenspieler Dirk Schuster einen Elfmeter herausgeschlagen hat, rechtfertigte er sich mit den Worten: „Das war eine Schutzschwalbe. Ich dachte, dass Dirk Schuster mich voll umhauen würde“ (Gieselmann, 2010).

TV-Bilder bewiesen, dass Schuster Möller nicht einmal annähernd berührt hatte. Der DFB sperrte den Dortmunder nachträglich wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Spiele und belegte ihn zusätzlich mit einer Geldstrafe. Möller war damit der erste Spieler, der vom DFB für eine Schwalbe gesperrt wurde.

Timo Werners Abflug:
Neueren Datums ist die Schwalbe von Timo Werner. Der RB Leipzig-Kicker und frisch gebackene Confed Cup-Sieger hob im Dezember 2016 gegen Schalke bereits nach wenigen Sekunden ab, ohne von Keeper Ralph Fährmann berührt zu werden. Den fälschlicherweise verhängten Strafstoß verwerte Werner selbst. Schiedsrichter Bastian Dankert entschuldigte sich, nachdem er die TV-Bilder gesehen hatte, für seine Fehlentscheidung.

 
20161203_PD4602 (RM) Ralf Faehrmann Timo Werner © Jan Woitas / dpa / picturedesk.com

Bild: Schalke-Keeper Ralf Fährmann kann es noch immer nicht glauben, dass der Schiedsrichter auf die Schwalbe von Timo Werner reingefallen ist, während sich der Leipziger den Ball für den Strafstoß herrichtet. (© Jan Woitas / dpa / picturedesk.com)

 
Diese Beispiele machen deutlich, dass es im Laufe der Jahrzehnte immer zu krassen Fehlentscheidungen gekommen ist. Seit ein paar Jahren gibt es immer wieder Bestrebungen, den Fußball gerechter zu machen und technische Hilfsmittel einzuführen, die es dem Schiedsrichter erleichtern sollen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Ein erster großer Schritt war die Einführung der Torlinien-Technologie, mit der zumindest die essentiellste Frage im Fußball korrekt beantwortet werden soll.


 

4. Erster Dammbruch: Die Einführung der Torlinientechnik

Im Fußball dreht es sich im Prinzip nur um eines: Tore, Tore und noch einmal Tore. Doch wann ist ein Tor ein Tor? Regel Nummer 10 der FIFA ist an sich klar: „Ein Tor ist gültig erzielt, wenn der Ball die Torlinie zwischen den Torpfosten und unterhalb der Querlatte vollständig überquert, ohne dass ein vorgängiges Vergehen des Teams vorliegt, das den Treffer erzielt hat“ (FIFA Regel 10).

Doch die Frage, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat oder nicht, sorgt immer wieder für in der Regel diametral gegenüberliegende Ansichten. So muss beispielsweise nur der Begriff „Wembley-Tor“ fallen, um sofort eine emotionale Diskussion loszutreten.

 

Video: Über fünf Jahrzehnte dauern die Diskussionen um das legendäre „Wembley-Tor“ nun schon an und ein Ende ist nicht abzusehen. (Quelle: YouTube/RetroTV87)

 
Im Finale der Weltmeisterschaft 1966 im Londoner Wembley-Stadion zwischen England und Deutschland ging ein Schuss von Geoff Hurst von der Unterkannte der Querlatte auf den Boden und wurde dann von DFB-Verteidiger Wolfgang Weber übers Tor geköpft.

Nach einer Besprechung mit seinem Linienrichter entschied Schiedsrichter Gottfried Dienst auf Tor. England ging damit in der Verlängerung 3:2 in Führung. Am Ende gewannen die „Three Lions“ das Finale mit 4:2 und sicherten sich ihren ersten (und bisher einzigen) WM-Titel.

Spätere Untersuchungen, zum Beispiel eine im Jahre 1995 von Ingenieure in Oxford durchgeführte, kamen zum Schluss, dass der Ball nicht vollständig die Torlinie überquert hatte. Andere aber wiederum sahen den Ball vollständig hinter der Linie. An diesem Treffer scheiden sich immer noch die Geister. Fakt ist, dass England 1966 Weltmeister wurde.


44 Jahre später sollte eine weitere Fehlentscheidung für ein Umdenken bei FIFA-Präsident Sepp Blatter sorgen. Und wieder war es ein Duell zwischen Deutschland und England. Im Achtelfinale der WM 2010 knallte der Ball von Frank Lampard von der Querlatte eindeutig hinter die Torlinie, doch das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer zum 2:2 die Anerkennung.

icon-speech_bubbleDie DFB-Elf profitierte diesmal von der Fehlentscheidung und stieg mit einem klaren 4:1 ins Viertelfinale auf. Die eklatanten Fehler bei der Weltmeisterschaft in Südafrika haben beim damaligen FIFA-Präsidenten eine Kehrtwende in der Frage nach technischen Hilfsmitteln im Fußballe ausgelöst. „Nach den bisherigen Erfahrungen bei dieser WM wäre es Nonsens, das Thema Torlinien-Technologie nicht noch einmal zur Sprache zu bringen“, so Blatter bei einem Pressegespräch in Johannesburg.


Damit war im Prinzip die Entscheidung zugunsten der Torlinientechnologie vorgegeben. Am 5. Juli 2012 beschloss das International Football Association Board die Einführung der Torlinientechnologie, die bei der WM 2014 ihre Premiere auf allerhöchstem Niveau feierte.

Der Weltverband hat insgesamt vier Systeme lizenziert, wobei insbesondere zwei Systeme verhältnismäßig große Verbreitung haben.


 

4.1. Goal Control

Das Modell „GoalControl“ wurde in Deutschland entwickelt und arbeitet mit Kameras, die in der Regel im Stadiondach installiert sind. Pro Tor sind sieben Kameras ausgerichtet, die mit leistungsfähigen Rechnern verbunden sind. Diese berechnen die Position des Balles auf fünf Millimeter genau (laut Angabe des Herstellers auf der Firmenhomepage) und geben den Schiedsrichter ein Signal, sobald der Ball die Torlinie komplett überquert hat.

Dieses System wurde bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien eingesetzt und wird seit 2015 in der französischen Ligue 1 verwendet.


 

4.2. Hawk-Eye-System

Das Hawk-Eye-System ist ebenfalls ein kamerabasiertes System, das bereits seit Jahren im Tennissport erfolgreich eingesetzt wird. Bis zu sieben im Stadiondach installierte Hochgeschwindigkeitskameras erfassen den Torraum aus verschiedenen Blickwinkeln und berechnen die genaue Position des Balles.

 
20150723_PD2062 (RM) Hawk Eye System © Marijan Murat / dpa / picturedesk.com

Bild: Das Hawk-Eye-System hat den Ball ständig im Blick und erkennt in Sekundenschnelle, ob dieser komplett im Tor ist oder nicht. (© Marijan Murat / dpa / picturedesk.com)

 
Dem Schiedsrichter wird innerhalb einer Sekunde angezeigt, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat oder nicht. Dieses System wird seit der Saison 2013/14 in der englischen Premier League eingesetzt und bestand bei der EURO 2016 in Frankreich seine internationale Feuertaufe.

Die Bundesliga stand der Torlinientechnik zunächst überaus skeptisch gegenüber. Im März 2014 sprachen sich die 36 Profiklubs aufgrund der hohen Kosten mehrheitlich noch gegen die Torlinientechnologie aus. Doch ein nicht anerkannter Treffer von Mats Hummels im DFB-Pokalfinale 2014 gegen die Bayern sorgte für einen Meinungsumschwung.

Im Dezember 2014 entschied sich die Bundesliga nun doch, die Torlinientechnik anzuwenden. Seit der Saison 2015/16 ist in deutschen Bundeliga-Stadien das Hawk-Eye-System installiert.


 

4.3. Chip im Ball

Die FIFA hat noch zwei weitere Systeme zur Verwendung frei gegeben, die auf einer Ballortung via Funk basieren. „GoalRef“ und „Cairos“ wurden ebenfalls in Deutschland entwickelt und wurden unter der Vereinfachung „Chip im Ball“ bekannt. Spulen im Ball erzeugen dabei ein Magnetfeld, das beim Überqueren der Linie mit einem anderen, durch Spulen in den Torpfosten und der Latte hergestellten Feld interagiert.


 

5. Der Videobeweis

Nur zwei Jahre, nachdem die Torlinientechnologie in der Bundesliga installiert wurde, steht der nächste Quantensprung ins Haus. Mit der Saison 2017/2018 hält der Videobeweis Einzug in die höchste Spielklasse Deutschlands. Für Traditionalisten ein Graus, für Befürworter die Möglichkeit, den Fußball gerechter zu machen. Dementsprechend hart wurde (und wird) die Diskussion geführt.


 

5.1. Diskussion pro und contra:

Fehlentscheidungen gehören zum Fußball einfach dazu und Anhänger der „reinen“ Fußballlehre wollen daran auch nichts ändern. Ein Schiedsrichter sei eben menschlich und daher passieren auch Fehler. Der Fußball selbst soll also menschlich bleiben. In Zeiten, in denen ein Fehler des Unparteiischen Millionen kosten kann, erscheint es dennoch ein wenig anachronistisch, wenn der technische Fortschritt nicht zu einer Vermeidung von Fehlentscheidungen genutzt wird.

 

Video: In der Vergangenheit wurde bereits hart über Pro und Contra des Videobeweises diskutiert. Im „Volkswagen Doppelpass“ auf Sport 1 ging es schnell heiß her. (Quelle: YouTube/SPORT1)

 
Doch genau darin – in den Diskussionen um angebliche und tatsächliche Fouls, Strafstöße, Rote Karten und Tore – liegt für viele die Seele des Fußballs.

Was wäre die WM 1966 ohne das Wembley-Tor? Der Phantomtreffer von Thomas Helmer wurde schnell legendär und die „Hand Gottes“ oder besser diejenige von Diego Maradona, sind Episoden, die in der Fußball-Geschichte eine herausragende Bedeutung haben und ihren Teil zur Faszination und weltweiten Popularität des Fußballs beitragen.

Es ist auch die Einfachheit des Spiels, die als weiterer Grund für den extremen Erfolg der Weltsportart Nummer eins angeführt wird.

Es ist zwar nicht ganz so, wie es Gary Lineker nach dem Halbfinal-Aus Englands gegen Deutschland bei der WM 1990 ausgedrückt hat („Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“), doch der erste Teil dieser Aussage stimmt zum allergrößten Teil.


Icon MinusMit der Einführung des Videobeweises befürchten die Gegner, dass es zu kompliziert wird, wenn der Schiedsrichter TV-Bilder zu Rate ziehen muss, um sich eine Meinung über eine Spielsituation zu bilden.

Icon PlusBefürworter sind hingegen der Meinung, dass in einer derart hochtechnisierten Zeit wie der heutigen alle Möglichkeiten genutzt werden sollen, um dem Schiedsrichter die Entscheidungsfindung zu erleichtern.


„Mit jeder Zeitlupe entdeckt das Fernsehvolk tatsächlich mehr, als der, der die Entscheidung treffen muss. Muss der mächtigste Mann auf dem Platz also der dümmste bleiben?“, fragt Frieder Pfeiffer in seinem Buch „Die 100 spektakulärsten Fehlentscheidungen im Fußball“ (Pfeiffer. 2016. S. 14).

Dazu kommt der Umstand, dass der Fußball sich zu einem Big Business entwickelt hat, in dem eine Fehlentscheidung Millionen von Euro kosten kann. Hier sei das Beispiel des 3:2-Sieges von Borussia Dortmund gegen den FC Malaga im Viertelfinale der Champions League 2012/13 etwas genauer ausgeführt.

Beim Stand von 2:2 benötigte der BVB noch unbedingt einen Treffer, um das Halbfinale zu erreichen. In der 92. Minute brachte Robert Lewandowski den Ball zur Mitte, wo gleich vier Dortmunder im Abseits standen. Das Schiedsrichtergespann reagierte nicht, Felipe Santana netzte zum 3:2 ein und fixierte den Aufstieg der Schwarz-Gelben.

 
20130409_PD4107 (RM) Dortmund FC Malaga © Federico Gambarini / dpa / picturedesk.com

Bild oben: Die Dortmunder jubeln, der FC Malaga ist am Boden zerstört. Mit dem Video-Beweis wäre die fulminanteste Aufholjagd in der Geschichte des BVB wohl nie passiert.
(© Federico Gambarini / dpa / picturedesk.com)

 
Dieser Fehler kostete Malaga den Halbfinaleinzug und die damit verbundenen 4,9 Millionen Euro an Prämien, welche von der UEFA damals an die Semifinalisten ausgeschüttet wurden. Anhänger des Videobeweises führen unter anderen dieses Beispiel an, um der technischen Unterstützung des Schiedsrichters das Wort zu reden.

In Deutschland begann während der Saison 2015/2016 ein Umdenken, da in dieser Spielzeit sehr oft falsche Entscheidungen getroffen wurden. Im „Fußballjahrbuch 2016“ des „Kicker“ schrieb Thomas Roth von einer gebrauchten Saison. „Es gab eine enorm hohe Anzahl gravierender und spektakulärer Fehlentscheidungen“ (Roth 2016: S. 62).

An dieser Stelle sei als Beispiel das Handspiel von Leon Andreasen erwähnt, mit dem Hannover auf irreguläre Weise zu einem 1:0-Erfolg über den 1. FC Köln gekommen ist. Sowohl im TV, als auch auf den Rängen war das Vergehen des 96ers klar zu erkennen, nur Referee Bastian Dankert sah es nicht.

Diese „Seuchensaison“ der Unparteiischen führte bei den für das Schiedsrichterwesen Verantwortlichen zu einer Meinungsänderung bezüglich des Videobeweises, der nur wenig später in der Bundesliga Einzug gehalten hat.


 

5.2. Der Videobeweis in der deutschen Bundesliga

Im März 2016 hat das International Football Association Board den Weg zur Einführung des Videobeweises frei gemacht und einer Testphase zugestimmt. Die Bundesliga war von Beginn an mit dabei und testete bereits in der Saison 2016/17 den Video-Assistenten. Allerdings lediglich „offline“, also ohne eine direkte Verbindung zwischen dem Video-Assistenten und dem Schiedsrichter auf dem Platz.

Diese erste Phase des Testlaufes lief erfolgreich. „Wir haben im gesamten Verlauf der vergangenen Saison 104 relevante Fehlentscheidungen registriert, von denen mit einem Video-Assistenten bei optimalem Verlauf 77 korrigiert hätten können. Der Fußball wäre also ein großes Stück gerechter geworden“, sagte Hellmut Krug, Projektleiter Videobeweis, im Interview mit dem „Kicker“ (Roth 2017: S. 43).

 

Video: Felix Zwayer gibt Auskunft darüber, bei welchen Situationen der Video-Assistent in Zukunft bei Bundesliga-Spielen eingreifen wird. (Quelle: YouTube/SPOX)

 
Ab der neuen Spielzeit (2017/18) geht das System in Vollbetrieb. Dabei wird bei allen neun Bundesliga-Partien des Spieltags ein Video-Assistent im Einsatz sein. Die Vorbereitungen laufen seit ca. einem Jahr, Krug gab sich überaus optimistisch. „Wir sind zumindest sehr gut vorbereitet. (…) Wir können selbstbewusst und zuversichtlich sein.“ (Roth 2017: S. 42)

Seine Premiere in Deutschland wird der Videobeweis am 5. August 2017 im Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München feiern.

Bis dahin laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Nachdem die Schiedsrichter intensive Schulungen unterlaufen haben, bot der DFB auf verschiedenen Workshops Einblick hinter die Kulissen des Video-Assistenten.

 

Fragen und Antworten zum Videobeweis in der Bundesliga:

  • Wie läuft der Videobeweis ab?
    In einem Studio in Köln sitzt ein Video-Assistent (VA) pro Spiel, dazu noch ein bis zwei Supervisor. Bei unklaren Spielszenen kann sich der Video-Assistent die Szene aus bis zu 17 unterschiedlichen Kamera-Blickwinkeln anzeigen lassen. Ist er sich sicher, dass eine Fehlentscheidung vorliegt, dann gibt er dem Schiedsrichter Bescheid. Dieser ist allerdings nicht an die Meinung des VA gebunden. Er kann die Korrektur annehmen oder nicht und behält damit das letzte Wort.
  •  

  • Wann darf der Video-Assistent eingreifen?
    Laut IFAB gibt es genau vier Fälle, in denen der VA eingreifen darf:
    1. bei der Torerzielung
    2. bei Elfmetern
    3. bei roten Karten
    4. bei Spielerverwechslungen
  •  

  • Wie lange dauert es, bis eine Entscheidung getroffen wird?
    Laut Projektleiter Krug dauerte die Überprüfung zu Anfang noch ca. 90 Sekunden. Das wurde mittlerweile durch die Schulungen auf einen Zeitraum von zehn bis maximal 40 Sekunden verringert (Roth 2017: S. 43).
  •  

  • Kann sich auch der Schiedsrichter im Stadion die TV-Bilder ansehen?
    Ja. Es wird in allen Stadien eine Review Area geben, in der der Unparteiische die betreffende Szene selbst noch einmal ansehen kann. Dies soll aber nur in Ausnahmefällen geschehen.

 
Der Videobeweis steht nicht nur in Deutschland auf dem Prüfstand. In den Niederlanden wurde am 21. September 2016 Geschichte geschrieben, als der Video-Beweis zum ersten Mal im Profifußball eingesetzt wurde. Der Video-Assistent teilte dem Schiedsrichter auf dem Platz im Pokalspiel zwischen Ajax Amsterdam und Willem II mit, dass ein Foul mit einer roten anstatt einer gelben Karte zu ahnden sei.

Mittlerweile hat der Video-Assistent auch in der niederländischen Liga Einzug gehalten, auch die französische Ligue 1 oder Portugals höchste Spielklasse testen den Video-Beweis.


 

5.3. Feuertaufe beim Confederations Cup in Russland

Nachdem der Videobeweis auf internationale Ebene bei der U20-WM in Südkorea erstmals getestet worden war, gab es den ersten ganz großen Auftritt bei A-Nationalmannschaften beim diesjährigen Confederations Cup in Russland. Dabei wurden die Stärken und Schwächen des Systems dem Publikum vor Augen geführt.

So dauerte es in einigen Fällen extrem lange, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Die Überprüfung eines Treffers von Cedric im Spiel Portugals gegen Chile nahm lähmende zwei Minuten und neun Sekunden in Anspruch, ehe Schiedsrichter Nestor Pitana das Tor anerkannte.

 

Video: Ist der Video-Assistent gut oder schlecht? Dieses youTube-Video versucht einen Vergleich. (Quelle: YouTube/MSNJJ 11)

 
Als ein Problem hat sich beim erstmaligen Einsatz des Videobeweises bei einem großen Turnier vor allem die Kommunikation zwischen Schiedsrichter auf dem Rasen und den Video-Assistenten erwiesen. Außerdem ist oft nicht klar, warum eine Szene näher beleuchtet wird. Das System stößt vor allem bei engen Abseitsentscheidungen an seine Grenzen.

Alle Ungerechtigkeiten wird auch der Video-Beweis nicht aus der Welt schaffen können. Das hat die Feuertaufe beim Confed Cup jedenfalls gezeigt. Gleich drei Mal gab es bei der Generalprobe für die WM 2018 Probleme, zwei Mal war die deutsche Mannschaft beteiligt:

  1. Im Spiel Deutschland gegen Kamerun zeigte Schiedsrichter Wilmar Rodan zunächst Sebastian Siani eine gelbe Karte. Nach Interventionen wurde daraus eine rote, er schickte aber den falschen Spieler vom Feld. Nach Sichtung der TV-Bilder wurde mit Ernest Mabouka der wahre Übeltäter vom Platz gestellt.
  2.  

  3. In der Halbfinalpartie zwischen Portugal und Chile hätte es einen Strafstoß geben müssen, aber sowohl der Schiedsrichter auf dem Rasen als auch der Video-Assistent reagierten nicht.
  4.  

  5. Beim Finale zwischen dem späteren Sieger Deutschland und Chile erwischte Gonzalo Jara Timo Werner mit dem Ellbogen am Hals. Trotz Intervention des Video-Assistenten, der nur eingreifen darf, wenn er der Meinung ist, dass ein Platzverweis notwendig ist, zeigte Schiedsrichter Milorad Mazic nur die gelbe Karte. Dabei hatte der Unparteiische selbst die TV-Bilder angesehen, dennoch blieb er bei seiner Fehlentscheidung.


 

5.4. Wie sieht die Zukunft des Videobeweises aus?

Auch wenn die Generalprobe des Videobeweises beim Confed Cup eine durchwachsene war, dürfte das umstrittene technische Hilfsmittel seinen Siegeszug weiter fortsetzen. In einigen Ligen, darunter auch in der Bundesliga, wird ab dieser Saison der Test unter Wettkampfbedingungen erfolgen. Nachdem das System eine Spielzeit lang nicht „scharf“ war, also der Video-Assistent keine Verbindung mit dem Unparteiischen auf dem Platz hatte und daher auch nicht eingreifen konnte, wird es ab August ernst.

Mit der Einführung des Videobeweises wird sich das Spiel selbst wohl deutlich verändern. Unterbrechungen zur endgültigen Klärung einer Szene werden den Spielfluss bremsen. In der Bundesliga sind allerdings so lange Verzögerungen wie beim Confed Cup nicht zu erwarten, denn die Unparteiischen im deutschen Oberhaus sind deutlich länger geschult als ihre Kollegen beim Confed Cup.

Über das endgültige Schicksal des Videobeweises wird voraussichtlich im März 2018 entschieden werden, wenn das International Football Association Board, die Regelhüter des Fußballs, zusammentritt und über die Testläufe in den unterschiedlichen Ligen befindet.

Icon SprechblaseKrug glaubt nicht, dass der Video-Beweis wieder komplett eingestampft wird. „Marginale Veränderungen nach dem Testprozess sind sicherlich denkbar. Aber alle wieder komplett zurück? Nein! Schließlich ist es unser großes Ziel, für mehr Fairness im Fußball zu sorgen. Und das wird der Videoassistent“ (Roth 2017: S. 43).

FIFA-Boss Giovanni Infantino hat sich bereits nach dem Confed Cup dafür ausgesprochen, den Video-Beweis auch bei der WM 2018 in Russland einzusetzen. Man darf also gespannt sein, ob die technische Unterstützung der Schiedsrichter bleiben wird oder nicht. Allerdings wird dem FIFA-Präsidenten erfahrungsgemäß recht selten widersprochen.


 


6. Quellenverzeichnis

  1. http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/fehlentscheidungen-bei-der-wm-blatter-kuendigt-debatte-ueber-technische-hilfe-an-1613293.html
  2. http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/thomas-helmer-ueber-phantomtore-ich-bin-dafuer-dass-das-spiel-wiederholt-wird-12624901.html
  3. http://de.fifa.com/mm/document/afdeveloping/refereeing/law_10_method_of_scoring_de_47390.pdf
  4. http://de.fifa.com/about-fifa/who-we-are/the-laws/index.html
  5. Gieselmann, Dirk. „Die Mutter aller Schwalben“. http://www.spiegel.de/sport/fussball/moellers-legendaerer-strafraum-fall-die-mutter-aller-schwalben-a-692140.html
  6. http://www.goalcontrol.de/de/produkte/goalcontrol-4d.html
  7. http://www.theifab.com/history/ifab
  8. Leipner, Kevin: Regeländerungen und Reformen im Fußball – Fußball als Traditionssportart im Wandel am Beispiel von regelunterstützenden Kontrolltechnologien. Bachelorarbeit. Berlin 2014.
  9. Pfeiffer, Frieder: Die 100 spektakulärsten Fehlentscheidungen im Fußball. Bielefeld 2016
  10. Raecke, Daniel. „Premiere für das Hawk-Eye“. http://www.spiegel.de/sport/fussball/torlinientechnik-in-der-bundesliga-alles-zum-hawk-eye-a-1048022.html
  11. Roth, Thomas. „Gravierende Fehler! Videobeweis im Test“ in Kicker Sportmagazin. Kicker Fußball-Jahrbuch 2016.
  12. Roth, Thomas. Kicker-Interview mit Schiedsrichter-Funktionär Hellmut Krug: Ausgabe 056/2017