Zum Abschied seiner Karriere wird Kohlschreiber auch an die glanzvollen Momente denken, die er in der englischen Hauptstadt gefeiert hat. Vor einem Jahr hatte er Denis Shapovalov nahe an einer Niederlage, verlor unglücklich in fünf Sätzen.
Wie weit es auf dem heiligen grünen Rasen gehen kann, zeigte sich vor genau zehn Jahren. Wer weiß, wie weit es noch hätte gehen können, hätte Kohlschreiber im Viertelfinale gegen Jo-Wilfried Tsonga nicht zwei Tiebreaks beim 1:3 verloren.
Mit seinem jetzigen Kontrahenten, Mikhail Kukushkin, duellierte sich der Deutsche 2015 und 2019, beide Male auf Sand. Zwei Spiele, zwei Siege – mit einem 2:0 im Rücken wird Kohlschreiber am Mittwoch zweifellos top motiviert auf dem Court stehen.
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Der Kasache, mit 34 Jahren kaum jünger als sein Kontrahent, ist als 160. der Welt stärker als Kohlschreiber, zumindest, wenn wir nach dem reinen Ranking gehen. Seine besten Zeiten hat allerdings auch er hinter sich.
In diesem Jahr lesen sich seine Ergebnisse sehr durchwachsen, nicht einmal bei Challengern konnte er großartig auf sich aufmerksam machen. Ist Kukushkin überhaupt topfit? Vor wenigen Tagen noch musste er beim Stand von 0-6 gegen Fernando Verdasco in Ilkley aufgeben.
Dass es ihm nicht an sportlicher Fitness mangelt, zeigte der Routinier in der 1. Runde der Qualifikation recht eindrucksvoll. Mit 6-2, 6-1 schlug er den Italiener Lorenzo Guistino, vor allem die 80% gewonnenen Punkte beim ersten Aufschlag waren hier stark.
Auf sich aufmerksam machte er in Wimbledon vor drei Jahren, als ihm mit dem Erreichen des Achtelfinals das beste Ergebnis gelang. Ob es ein gutes Omen ist, dass er mit Jan-Lennard Struff damals auch einen Deutschen hat besiegen können?