Neururer redet Tacheles zum Afrika-Cup-Finale: „Totales Chaos – keine Werbung für den afrikanischen Fußball“

Aktualisiert am 19.01.2026 - 15:28 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer analysiert die Situation in Frankfurt und lässt das Afrika Cup Finale Revue passieren.

 

Peter Neururers Kolumne zur Entlassung von Dino Toppmöller bei Eintracht Frankfurt und dem Fußball-Drama zwischen Senegal und Marokko.

 

Einmal mehr wird Werder Bremen zum Kündigungsgrund für einen Bundesliga-Trainer. Dino Toppmöller ist der Vierte, dem diese fragwürdige Ehre in dieser Saison zu Teil wird. Nachvollziehbar ist das für Peter Neururer jedoch nicht, vor allem der Zeitpunkt scheint nicht gut gewählt.

Drüber hinaus spielten am Sonntag Gastgeber Marokko und Senegal das Finale des Afrika Cup, wo Brahim Diaz in der Endphase des Spiels zur tragischen Figur wurde.

Nach einem Spielverlauf eines Hollywood-Drehbuchs würdig, setzte sich schlussendlich Senegal durch. Und in Frankfurt stellt sich die Frage, welchen Anteil hat Krösche an der wackligen Defensive und wer kann die Eintracht erneut in die Champions League führen.

 

Neururer über Frankfurt-Defensive: „Nicht unbedingt das Problem des Trainers“

 

Liebe Wettfreunde,

es ist ein eigenartiger Fluch, der über Werder Bremen liegt. Ein Fluch, dass immer wenn man gegen Bremen spielt und irgendwo in Schwierigkeiten gerät, das Ergebnis von Werder reicht, um den jeweiligen Trainer beurlauben zu lassen. Der vierte Trainer in Folge, den Werder Bremen mehr oder weniger in die Arbeitslosigkeit führt möchte ich nicht sagen, aber zur vertragslosen Person gemacht hat.

Dino Toppmöller bei Eintracht Frankfurt muss den Verein verlassen. Großes Fragezeichen. Warum? Ja, warum? Die Begründung ist die, Toppmöller war nicht in der Lage, die Defensive der Frankfurter so zu ordnen, dass man in Relation zu der Offensive vernünftigen Fußball spielt, oder ergebnisorientiert gute Ergebnisse erzielt, um das Ziel, noch mal in der Champions League teilzunehmen, wieder einmal zu erreichen.

Natürlich ist das ein Problem, aber für mich persönlich nicht unbedingt, vor allem wenn ich den Zeitpunkt sehe, nicht unbedingt das Problem des Trainers. Warum? Wenn ich eine Beurlaubung vornehme, mache ich es vor der Transfer-Periode, damit der neue Trainer da Möglichkeiten hat, vielleicht an der Gesamtstruktur der Mannschaft, also im Inhalt was zu ändern.

 


Peter Neururer bespricht die Entlassung von Dino Toppmöller und die vogelwilde Endphase im Afrika Cup.

 

Nein, zwei Spieltage nachdem es wieder losgegangen ist, mitten in der Transferperiode, muss der Trainer gehen. Da frage ich mich, welche Rolle Krösche, der zweifelsfrei großartige Leistung für die Eintracht gebracht hat, der mit Sicherheit ein riesen Transferüberschuss erwirtschaftet hat, da spielt? Ist er nicht mitschuldig?

Für mich persönlich ist mit Sicherheit nicht der Trainer alleine für diesen Zustand der Mannschaft und für den Punktestand zuständig, also auch nicht allein verantwortlich. Von daher halte ich das für eine sehr, sehr problematische Sache, die man mehr oder weniger mal hinterfragen sollte.

Wen holt die Eintracht jetzt? Welcher Trainer dieser Welt ist jetzt imstande, mit dieser Mannschaft ein vernünftiges Pendel herzustellen zwischen Offensive und Defensive, wenn ihm zum Beispiel ein klassischer Sechser fehlt. Wenn ihm zum Beispiel bis auf Theate, okay, aber Koch, ein Leistungsträger eigentlich dieser Mannschaft fehlt, der im ganzen Jahr eigentlich noch keinerlei Leistung, im Verhältnis zu seinen Ansprüchen gezeigt hat?

Wie soll ich mit einer Mannschaft, die so konzipiert ist, dann erfolgreich sein? Da nützt mir kein Trainer dieser Welt was. Da hätte man auch mit Toppmöller weiterarbeiten können. Fragezeichen.

 

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Neururer über Senegal – Marokko: „Schiedsrichter hätte alle Möglichkeiten dieser Welt gehabt“

 

Gestern ein großartiges Spiel, ein Finale um den Afrika Cup. Marokko als Gastgeber gegen Senegal. Eine brisante Partie. Ausverkauftes Haus. Eine unglaubliche Stimmung in diesem Stadion. Ein Spiel, was eigenartig geprägt war von eigenartigen Taktiken, dahingehend dass beide Mannschaften bemüht waren, keine Fehler zu machen. Und so lief das Spiel mehr oder weniger diszipliniert, im Defensivbereich auf jeden Fall, so dahin.

89 Minuten eine hervorragende Leistung des Schiedsrichters, der wirklich das Spiel im Griff hatte, eine gute Körpersprache gezeigt hat, aber dann… Aber dann, ein vermeintliches Foul an Hakimi. Daraus resultierend ein Tor, was der Senegal erzielte. Aber, bevor das Tor erzielt wurde, ertönte der Pfiff des Schiedsrichters. Der VAR schaltete sich nicht ein, das Tor wurde nicht anerkannt.

Das Spiel geht weiter und wir waren bereits in der Nachspielzeit. Dann ein vermeintliches Foul an Diaz. Ein Foul, das man durchaus als Foul interpretieren kann und es ist eben so, der Regel entsprechend, ein Foul im 16-Meter-Raum heißt automatisch Elfmeter. In der Situation, der Videobeweis hat sich eingeschaltet, der VAR war dabei, guckt sich der Schiedsrichter das Ding an und hätte alle Möglichkeiten dieser Welt gehabt. Wir lassen laufen, wir gehen in die Verlängerung. Nein, er entscheidet, formaltechnisch und juristisch gesehen, ja okay, man kann diesen Elfmeter geben. Wir reden auch nicht vom Fingerspitzengefühl, aber daraus entstand ein totales Chaos.

Zwanzig Minuten, eine gefühlte halbe Stunde oder Stunde Unterbrechung des Spiels. Mittlerweile haben alle Spieler, auf Anordnung des Trainers, von Senegal den Platz verlassen und sind in die Kabine gegangen. Nach längerer Zeit kommt der Superstar der Senegalesen, Sadio Mane, holt die Mannschaft wieder raus und es kam dann doch, nach weiteren Diskussionen, zu diesem Elfmeter. Und ich bin davon ausgegangen, der Gefoulte, Brahim Diaz geht hin und er wird mit Sicherheit, rein vom sportlichen Gedanken her, wäre es besser gewesen, den Ball ungefähr 20 Meter übers Tor schießen. Aber nein. Was macht er?

Er versucht ihn auf Panenka-Art rein zu machen, was ihm nicht gelingt. Eine Situation also nicht unterstrichen durch seine eigenartige Sportlichkeit, sondern ein Fehlverhalten des Spielers, dem sind die Nerven einfach durchgegangen und es ging in die Verlängerung. Kurioserweise wurde keine Nachspielzeit mehr, die vorher schon angedacht war, zu Ende gespielt, sondern es ging direkt in die Verlängerung. Was man vielleicht irgendwo auch erklären kann.

In der Verlängerung war der Senegal dann die bessere Mannschaft und machte durch ein super Tor das 1:0. Das reichte dann letztendlich auch, um den Africa Cup zu gewinnen. Ob verdient oder nicht verdient, lassen wir mal außen vor. Werbung für den afrikanischen Fußball oder für das Schiedsrichterwesen war es mit Sicherheit nicht. Aber ansonsten, bis zu den Endspielen, bis zu diesen Entscheidungen, war es eine tolle Veranstaltung in Marokko.

Der Afrika Cup in diesem Jahr ist sehr, sehr nachhaltig. Für mich, auch für euch, da gehe ich auch von aus.

Bleibt sportlich, Euer Peter Neururer.

 

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    Karl-Heinz

    Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…