Neururer redet Tacheles: „Dzeko-Transfer sportlich noch mit großen Fragezeichen versehen“
Aktualisiert am 26.01.2026 - 15:58 Uhr

Peter Neururers Kolumne zum Dzeko-Transfer, der ersten Bundesliga-Niederlage der Bayern und Frankfurts Defensive
Dem FC Augsburg ist gelungen, was vorher in dieser Saison nur Arsenal in der Champions League gelang, sie haben die Bayern geschlagen. Und das auch noch in der Allianz Arena.
Peter Neururer sieht die Gründe für die Niederlage zwar schon auch bei einer Erschöpftheit der Bayern, lobt aber auch die Augsburger für ihr gutes Spiel.
Darüber hinaus hat Schalke 04 einen Superstar verpflichtet, der gleich zwei Scorer markierte. Und Eintracht Frankfurt kann die Gegentor-Flut trotz Trainerwechsel bisher nicht abstellen.
Neururer über Dzeko bei Schalke: „Unglaubliche Euphorie ausgelöst“
Liebe Wettfreunde,
Edin Dzeko, ein absoluter Superstar, unterschreibt bei Schalke 04. Das war die Schlagzeile vor dem Spieltag. Die Schlagzeile, die das Spiel dann selber lieferte, war natürlich: Aufholjagd durch Dzeko. Angefangen mit einem Traumtor für Schalke 04, bereitete er den Anschlusstreffer vor und ist somit Garant für den Punkt, der nach 2:0-Rückstand noch geholt wurde.
Eine unglaubliche Euphorie, die Dzeko auslöst auf Schalke. Warum? Na gut, rein wirtschaftlich eine überragende Sache, die die Schalker da geleistet haben. Einen Ersatz-Torwart abgegeben, 500.000 € erhalten dafür und wunderbar einen Ersatz-Tormann erhalten, der mit Sicherheit die gleiche Klasse hat, ohne Geld bekommen.
Das macht ein Plus von X und darüber hinaus einen Dzeko ablösefrei zu verpflichten bringt natürlich unglaublich viel Renommee für diesen Klub. Man erwartet von ihm natürlich, dass er die Mannschaft in die erste Liga schießt. Damit hat Schalke 04 rein sportlich All-In gesetzt und Schalke 04 hat für dieses Ziel, ob er es erreicht oder nicht erreicht, das ist die große Frage, aber wirtschaftlich alles richtig gemacht, denn Dzeko-Trikots laufen ohne Ende.
Peter Neururer bespricht Dzeko-Fieber, Augsburg-Sieg und Frankfurt im Abwärtsstrudel
Es ist Wahnsinn, was da um Dzeko herum, um Schalke herum im Augenblick an fußballerischer Euphorie entstanden ist. Ob es nachher mit dem großen Erfolg, sprich mit dem Aufstieg, endet, ist eine andere Frage.
Denn gleichermaßen haben sie einen fast 40-jährigen verpflichtet, und haben jemanden, der im letzten Jahr, eigentlich die letzten beiden Jahre für Schalke 04 der Garant war für Tore, Moussa Sylla, allerdings für viel, viel Geld in die USA nach New York verkauft. Nochmals: Wirtschaftlich überragendes Ding, was da abgelaufen ist, von der Euphorie her nicht zu überbieten, allerdings sportlich noch mit großen Fragezeichen versehen.
Ich wünsche Schalke 04 auf jeden Fall alles Gute, vollkommen klar und wünsche, dass dieser Verein so schnell wie möglich wieder zurückkommt in die Bundesliga. Ob es Dzeko ist, der dafür alleine sorgt, das warten wir mal ab.
Neururer über Bayern – Augsburg: „Bayern München ist nicht unschlagbar“
Liebe Wettfreunde, der 19. Spieltag, ein Spieltag von eigenartigen Erlebnissen. Der FC Bayern München verliert sein erstes Spiel. Zu Hause gegen Mainz 05 hatten sie Schwierigkeiten, gegen St. Pauli hatten sie Schwierigkeiten. Alles wurde aber irgendwo noch irgendwie geregelt. Aber jetzt haben die Bayern gegen Augsburg 1:2 verloren. Und das, das muss man sagen, absolut berechtigt.
Es gibt Erklärungen dafür. Durchaus plausibel. Bayern München ist nicht unschlagbar. Dann vielleicht unschlagbar, wenn sie voll konzentriert und voll in ihren Kräften sind, die sie brauchen, um ihren Fußball durchzuziehen, was sie bisher gemacht haben. Aber drei Tage nach dem letzten Spiel gegen Royale Union Gilloise heißt es auch für Bayern München, der Akku ist irgendwo leer. Nicht unbedingt körperlich, aber rein vom Mentalen her kann das durchaus passieren.
Darüber hinaus hat Augsburg hervorragend gespielt. Das zu Bayern München. Man muss keine Panik machen, acht Punkte Vorsprung und ein unglaubliches Torverhältnis vor dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund sagen eine Menge aus und das sorgt für ein gewisses Ruhekissen.
Neururer über Frankfurt: „Nicht allein der Trainer, andere sind mit Sicherheit beteiligt“
Allerdings, was ist dahinter passiert? Das hat es noch nie gegeben. Die sechs Mannschaften, die hinter Bayern München stehen, von zwei bis einschließlich sieben, haben allesamt gewonnen. Und das schiebt die Bundesliga beim Kampf um die internationalen Plätze natürlich sehr, sehr weit zusammen. Alles eng beieinander.
Darüber hinaus, eigenartig, was passiert da mit Eintracht Frankfurt? Auch nach dem Trainerwechsel in der Champions League, wirklich, das muss man sagen, kann man sagen, kann man von sprechen, fast versagt. Wieder Gegentore, drei an der Zahl. Darüber hinaus, in der Bundesliga jetzt nach 1:0-Führung gegen Hoffenheim 3:1 verloren. Wieder drei Gegentore.
Es geht also weiterhin Richtung Plätze, die letztendlich eine Bedeutungslosigkeit bedeuten würden. Schuld, wer ist schuld? Der Trainer ist entlassen worden, aber wie ich schon mal sagte, man sollte normalerweise diejenigen, die dafür verantwortlich sind, wie die Mannschaft zusammengestellt ist, sollte man mal fragen, ob sie nicht eine Teilschuld haben zumindest.
Also nicht allein der Trainer, sondern andere sind mit Sicherheit beteiligt. Aber der Trainer musste als einziger die Konsequenzen ziehen. Das ist traurig. Eintracht Frankfurt sackt ab, sie müssen ganz, ganz schnell die Reißleine ziehen. Ansonsten verschwinden die internationalen Plätze in Sicht und das wäre natürlich, bei der tollen Entwicklung der Frankfurter in den letzten Jahren, ja schon fast als fußballerisch-dramatisch zu bezeichnen.
Ich wünsche den Frankfurtern auf dem Weg dahin natürlich alles Gute. Ich bin gespannt, wann Krösche den neuen Trainer präsentiert, der vielleicht notwendig ist, um irgendwo die letzten Dinge noch mal wachzurütteln, um irgendwo ganz schnell die Eintracht wieder in die richtige, der Eintracht entsprechenden Form zu bringen. Alles Gute bis dahin. Viele Grüße.
Bleibt sportlich. Peter Neururer.

