Neururer über Nagelsmann: „Ich muss, wenn ich losfliege, wissen, wie meine Mannschaft aussieht“
Aktualisiert am 01.06.2026 - 15:46 Uhr
Bild: Peter Neururer spricht über das Champions League Finale und das Testspiel vor der WM.
Peter Neururers Kolumne zum Champions League Finale, Deutschland – Finnland und Deniz Undav
Im Endspiel der Königsklasse trafen Arsenal und Paris Saint-Germain aufeinander, mit dem besseren Ende für die Franzosen, die sich im Elfmeterschießen durchsetzen konnten.
Zum zweiten Mal in einem Champions League-Finale markierte Nationalstürmer Kai Havertz das 1:0 und stößt nun zur deutschen Mannschaft, die in die USA aufbricht und nur noch ein Testspiel vor der WM hat. Auch deshalb würde Peter Neururer mit dem Testen aufhören und sich festlegen.
Spannend bleibt die Frage nach der Startelf auch deshalb, weil sich gegen Finnland einige Spieler bewährt haben und mit ihrer persönlichen Leistung überzeugen konnten, auch wenn der Gegner nur „zweitklassig“ war, so die 71-jährige Trainerlegende. Spannend für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft sind für uns natürlich auch die besten WM Wettanbieter.
Neururer über CL-Finale: „Ein Spiel, mehr oder weniger auf Augenhöhe“
Liebe Wettfreunde,
Champions League-Finale in Budapest. Ein großartiges Spiel mit vielen, vielen Erkenntnissen. Ein großartiges Aufeinandertreffen von zwei Topmannschaften.
Arsenal London, taktisch ein klein wenig defensiv ausgerichtet, vollkommen klar und normal. Überragend eingestellt, das muss ich sagen. Das Gleiche gilt natürlich immer für Mannschaften, die von Luis Enrique betreut werden. Das ist auch vollkommen klar. Paris St. Germain ist eine Offensivkraft. Kaum eine andere Mannschaft weltweit im Vereinsfußball ist so strukturiert wie sie. Sie können nicht nur angreifen, sie können auch verteidigen und sind gut strukturiert.
Von daher ein Spiel, mehr oder weniger auf Augenhöhe, vom Sportlichen her, aber mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Taktisch ausgerichtet war Arsenal, um ihr Umschaltspiel reinzukriegen. Das können sie ja zweifelsfrei und sind früh durch Havertz mit 1:0 in Führung gegangen. Gute Einzelleistung. Dann haben sie kompakt gestanden, wie man so schön zu sagen pflegt, haben wirklich dem Gegner den Ballbesitz überlassen und nur auf Umschaltmomente gewartet und haben sich in erster Linie darauf konzentriert, das eigene Tor sauber zu halten.
Peter Neururer spricht über das CL-Finale, Havertz, Undav und die DFB-Testspiele vor der WM.
Das ist gelungen, großartig gelungen bis zu einer Zweikampfsituation, bei der man durchaus einen Elfmeter geben kann. Okay, dann wird das Ding halt gemacht, kann man drüber reden oder streiten, aber es ist eben so. Mit Sicherheit war dieser Spielstand aber nicht ungerecht. Durch diesen Elfmeter stand es dann 1:1.
Ja und was dann war, war ein Abtasten auf höchstem Niveau bei beiden Mannschaften. Beide Mannschaften haben die taktische Ausrichtung nicht verlassen. Umschaltspiel einerseits, andererseits Ballbesitz. Je länger es dauerte, umso mehr hat man natürlich die Risiken vermieden. Trotzdem ein hochklassiges Spiel. Das dann dieses Finale im Elfmeterschießen entschieden wird, das war natürlich mehr als brutal für den Unterlegenen.
Dass ausgerechnet der letzte, entscheidende Elfmeter – gut, er ist entscheidend geworden durch einen Innenverteidiger, der bis dahin eine überragende Leistung in dem Spiel gezeigt hat – dann durch einen verschossenen Elfmeter, nicht durch einen gehaltenen, dieses Finale entscheidet, das ist natürlich sportlich tragisch, aber vom Event her ein großartiges Erlebnis.
Neururer über das Testen bei Deutschland – Finnland: „Ich persönlich halte es für äußerst problematisch“
Deutschland gegen Finnland der letzte Test in Deutschland für die Nationalmannschaft gegen Finnland in Mainz. Tolle Stimmung im Stadion, die Anstoßzeit war angenehm für alle Beteiligten. Für Kinder, die am nächsten Tag in die Schule müssen. Natürlich nicht gerade wieder ein Signal vom DFB, dass Jugendliche eingeladen werden, aber das ist eine andere Geschichte.
Vom Sportlichen her ein Muster ohne wert? Würde ich nicht unbedingt sagen. Die Erkenntnisse, die wir vorher hatten, haben sie mehr oder weniger noch bekräftigt. Julian Nagelsmann hat mit Undav einen Stürmer, ob geliebt oder nicht von Nagelmanns Seite, auf den man sich verlassen kann. Zwei Tore gemacht, ein Tor vorbereitet. Mehr geht in der Offensive kaum. Dann sind noch Leute eingesetzt worden, wie Brown zum Beispiel auf der linken Seite, der einen ordentliche Leistung gebracht hat.
Man hat noch mal ein klein wenig getestet. Man hat den einen oder anderen in der 2. Halbzeit dann eingewechselt, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war, obwohl, es sollte ja ein Test sein und testen heißt, dass man so viel wie möglich versucht auszurichten und zu testen.
Ich persönlich halte es allerdings für äußerst problematisch, denn es bleibt nur noch ein einziges Spiel in den USA selber, gegen die USA in Chicago, dann geht die WM los. In dieser Phase noch zu testen? Ich bin eher der alte Trainer, mit der alten traditionellen Denkweise. Ich muss, wenn ich losfliege wissen, wie meine Mannschaft aussieht, wie sie spielt, mit welcher Struktur sie spielt und ich muss wissen, wer die ersten 11, 12, 13 Spieler sind. Das ist noch nicht ganz klar.
Havertz, der das CL-Endspiel mit Arsenal bestreiten musste oder durfte, kommt erst jetzt zur Mannschaft. Er fliegt mit der Mannschaft dann nach Chicago. Er kommt mit Sicherheit als gesetzter Spieler mit ins Team und dann bin ich mal gespannt, in welcher Struktur wir auflaufen im ersten Spiel dann bei der Weltmeisterschaft gegen Curacao.
Auf jeden Fall ist die Stimmungslage innerhalb der Mannschaft gut. Die Jungs haben gezeigt, dass sie Fußball spielen können. Man darf dabei nur nicht vergessen, dass dieser Gegner, ohne despektierlich werden zu wollen, absolut nur zweitklassig war. Aber in der WM warten ja auch Gegner wie Curacao, und da wird man mit Sicherheit nicht mit der großen Weltklasse konfrontiert. Von daher muss man diesen Test durchaus als gelungen bezeichnen.
Bleibt sportlich, euer Peter Neururer.
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Karl-Heinz
Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…

