Neururer wütend über zurückgenommene Balogun-Sperre: „Einflussnahme der Politik auf FIFA ein absoluter Skandal“

Veröffentlicht am 06.07.2026 - 13:02 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer spricht über den nächsten Skandal zwischen Trump und Infantino, sowie eine Neuausrichtung mit Klopp.

 

Peter Neururers Kolumne zur Rot-Sperre für Balogun, dem Weiterkommen von Norwegen, sowie Jürgen Klopp

 

Während Marokko, Frankreich, Norwegen und England sich sportlich für das Viertelfinale qualifizieren, sorgt der nächste Skandal um Trump, Infantino und einer zurückgenommenen Rot-Sperre für Aufsehen.

Peter Neururer spricht nach dem von Trump selbst umgehängten Friedenspreis vom nächsten „absoluten Skandal“. Und davon, „dass Fußball doch eine ganze Menge mit Politik zu tun hat.“

Darüber hinaus wird in Deutschland die Position des nächsten Bundestrainers diskutiert und wohl auch schon verhandelt. Jürgen Klopp gilt als der heißeste Kandidat, den auch die Mehrheit der Fans unterstützt. Aber nur der Trainer kann den Bock nicht umstoßen, wie die vergangenen drei WM gezeigt haben. Neben dem besten Bundestrainer braucht es mindestens auch den besten WM Wettanbieter.

 

Neururer über England im Viertelfinale: „Land liegt dem Trainer bald in den Armen“

 

Liebe Wettfreunde,

eine WM der besonderen Art. Der viermalige Weltmeister Italien hat gar nicht teilgenommen, der viermalige Weltmeister Deutschland ist wirklich auf erbärmliche Art und Weise ausgeschieden, hat sich verabschiedet und Trauerflor im fußballerischen Bereich mit Sicherheit sich erarbeitet.

Der fünfmalige Weltmeister Brasilien ist gestern Abend nach einem spannenden Spiel ausgeschieden, mit einer 2:1-Niederlage gegen die Emporkömmlinge Haaland und Co. Man sollte sich nicht auf Haaland allein beschränken, die Norweger haben die Brasilianer nach Hause geschickt. Trauer, wo man hinguckt.

Aber auch großartige Leistungen von Mannschaften, von Ländern, mit denen man nicht gerechnet hat. Kap Verde voran, aber auch sie sind nicht mehr dabei. Vollkommen normal, der Lauf der Dinge, wie sie eben laufen. Die Favoriten setzen sich durch. Die Franzosen sind weiterhin dabei, spektakulärer Fußball, die Engländer sind weiter dabei, spektakulärer Fußball. Das Land liegt dem Trainer bald in den Armen, wenn das so weitergeht.

 


Peter Neururer kritisiert die FIFA und die Einflussnahme des US-Präsidenten.

 

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Neururer über Trump: „Einflussnahme vom amerikanischen Präsidenten, das muss man sich mal vorstellen“

 

Aber, wir müssen auch achten, was passiert um diesen Fußball herum. Denn da sind eklatante Dinge, die man feststellen muss. Präsident Trump, über den man eigentlich gar nicht mehr großartig reden muss, der bekommt von Infantino bei der Vorstellung der Weltmeisterschaft einen Friedenspreis überhängt, mehr oder weniger. Denn diesen Preis übergibt er, aber der Präsident der Vereinigten Staaten hängt sich die Medaille selber um.

Darüber hinaus, für mich ein absoluter Skandal, was daraus entstanden ist. Die Einflussnahme der Politik in Bezug auf Entscheidungen der FIFA, auf Regelwerke. Balogun, ein hervorragender Stürmer der Amerikaner, ist mit einer roter Karte versehen worden. Berechtigte rote Karte, auch wenn es unglücklich und nicht bewusst vom Spieler war. Aber dann kommt die Einflussnahme vom amerikanischen Präsidenten, das muss man sich mal vorstellen, der beim FIFA-Präsidenten interveniert, der diese Strafe dann zur Bewährung aussetzen.

Also nicht die obligatorische, in den Regeln beinhaltete, ein Spiel Sperre, automatisch. Nein, zur Bewährung auf ein Jahr ausgesetzt. Somit wäre er in der nächsten Runde spielberechtigt. Man stelle sich nur vor, dieser Spieler, der entscheidet ein Spiel mit einem Tor. Mit seinem Dabeisein hilft er schon der amerikanischen Mannschaft, von daher darf das nicht sein. Das ist ein absoluter Skandal.

Wenn man dann von ethisch-moralischen Dingen mal nicht absieht und dann mitbekommt, dass in anderen Fragen, wie zum Beispiel das Tragen eines Trauerflor von der FIFA untersagt wird. Wir haben mitbekommen, dass die Mutter des französischen Trainers Didier Deschamps verstorben ist. Und die französische Mannschaft wollte aus Respekt dem Trainer gegenüber und der verstorbenen Dame Trauerflor tragen, was die FIFA verboten hat. Das muss man sich vorstellen.

Das sind so Dinge, losgelöst von der wirklich positive Stimmung in den Stadien selber, die wirklich bedrückend sind und wo man eindeutig feststellen kann, dass Fußball doch eine ganze Menge mit Politik zu tun hat.

 

Neururer über Jürgen Klopp: „Ein Trainer alleine reicht nicht,… die Spieler bleiben die selben“

 

Thema Nummer eins, während der WM als Co.-Kommentator unterwegs, Jürgen Klopp. Jürgen Klopp ist in Deutschland in aller Munde, das ganze deutsche Volk schreit danach, dass Jürgen Klopp neuer Bundestrainer werden muss. Die Gespräche laufen, oder sie beginnen jetzt wohl in Kürze. Einige Sachen, zumindest die Willenserklärung von Jürgen Klopp ist klar. Jürgen Klopp hat Interesse, aber ich gehe davon aus, nachdem Jürgen Klopp die Gespräche geführt haben wird, werden mit Sicherheit einige Inhalte auch notwendig sein, die man ändern muss.

Man muss sich vorstellen, wir sind dreimal hintereinander bei Weltmeisterschaften erbärmlich, jämmerlich ausgeschieden. Mit großen Zielen hingefahren und letztendlich dann direkt wieder nach Hause gefahren. Drei Trainer. Jogi Löw war der Erste, dann Hansi Flick der Zweite und jetzt der Dritte mit Julian Nagelsmann. Alle drei Trainer sind während dieser gesamten Weltmeisterschaften frustriert nach Hause gefahren und haben mit ihren Mannschaften versagt. Es liegt aber nicht allein am Trainer, auch wenn Jürgen Klopp jetzt kommt, was ich persönlich auch befürworte, gar keine Frage.

Aber auch er muss noch andere Dinge machen. Ein Trainer alleine reicht nicht, denn die ganzen Konzepte, die ganzen Umstände, die Spieler sowieso, sie bleiben genau die gleichen, sogar die selben, die wir bisher hatten. Talente haben wir im deutschen Fußball genug, aber es ist anzusetzen, diese Talente auch wirklich dann mit einer vernünftigen oder richtigen Einstellung zu versehen und dann wieder erfolgreich zu sein.

Jürgen Klopp, ja, überhaupt kein Problem damit. Ganz im Gegenteil. Er verkörpert den Fußball, er ist authentisch, er hat mir Sicherheit die richtige Ansprache, aber Jürgen Klopp alleine reicht nicht. Rudi Völler würde mich freuen, wenn er weitermachen würde, weil er ein irgendwo ein Part wäre, ausgleichend in einigen Bereichen zu Jürgen Klopp. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, wen Jürgen sich da so vorstellt und wen Jürgen möglicherweise mitbringt, denn einige Leute werden ihn mit Sicherheit begleiten.

Ein großer Umschwung im sportlichen Bereich, darauf bin ich gespannt. Große Fragezeichen. Hoffnung ist gegeben, aber wie oft ist in den letzten Jahren die Hoffnung da gewesen und letztendlich ist man enttäuscht worden. Wir geben trotzdem nicht auf. Wir bleiben Fußballfans, wir bleiben Fan der Deutschen Nationalmannschaft. Wir bleiben sportlich.

Bis dann, Euer Peter Neururer.

 

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Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…