Neururer redet Tacheles: „Man verkauft den spanischen Fußball an Saudi-Arabien“

Aktualisiert am 12.01.2026 - 14:22 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer ist begeistert von den Hammer-Spielen in der Bundesliga und kritisiert den spanischen Supercup in Saudi-Arabien.

 

Peter Neururers Kolumne zum 16. Spieltag, den torreichen Spielen und „El Clasico“ in Saudi-Arabien

 

Obwohl zwei Bundesliga-Spiele zum Start nach der Winterpause ausgefallen sind, haben die restlichen Partien diesen Verlust mehr als entschädigt. Für Peter Neururer ragen drei Partien deutlich hervor und machen Werbung für die Bundesliga. Vielleicht setzt sich das schon bei den BL-Spielen unter der Woche fort.

Besonders das 8:1, mit persönlich-emotionaler Note, und die mannschaftsdienliche Aktion von Harry Kane versetzten den Ex-Trainer in Verzückung.

Darüber hinaus kritisiert Peter Neururer den Verkauf des spanischen Supercups nach Saudi-Arabien, der nicht nur zum Leidwesen der Fans sondern auch auf Kosten der Umwelt nicht in Spanien stattfand.

 

Neururer über das 3:3 bei Frankfurt – BVB: „Kritiker gibt es immer wieder“

 

Liebe Wettfreunde,

das Jahr 2026 für die 1. Bundesliga hat angefangen und unglaublich angefangen. Ich war begeistert, bin immer noch begeistert, von vor allen Dingen drei Spielen, über die ich ganz kurz sprechen möchte. Viele andere Spiele hätten sich auch angeboten, aber die drei nehme ich mal, als Zeichen für die Qualität der Bundesliga, über die Qualität des deutschen Fußballs.

Am Freitag startete die 1. Bundesliga ins Jahr 2026 mit dem Spiel Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund. Ein Fußballspektakel besonderer Art. Ein 3:3 der besonderen Art, aber wie die Deutschen halt sind, Kritiker gibt es immer wieder, mit dem „Ja, aber“. Ja, aber, wenn ich drei Tore erzielt und nicht gewinne, dann muss eine Menge falsch gewesen sein.

Ganz genau, natürlich ist da eine Menge falsch gewesen. Und zwar im Defensivbereich oder im Defensivdenken beider Mannschaften. Aber was da fußballerisch bis zur letzten Minute der Nachspielzeit gezaubert wurde, es war einfach sensationell und ich ziehe meinen Hut vor diesen beiden Mannschaften, vor diesen Spielern und den Trainern, die das so veranstaltet haben.

 


Peter Neururer bespricht die Spiele des 16. Spieltags und kritisiert „El Clasico“ in Saudi-Arabien.

 

Bundesliga Tipps & Quoten zum 17. Spieltag

 

Neururer über Leverkusen – Stuttgart: „Die Sensation schlechthin“

 

Es gibt aber noch Krönung fußballerischer Art und die haben wir gesehen beim Spiel Leverkusen gegen VfB Stuttgart. Was der VfB Stuttgart in der ersten Halbzeit bei Bayer 04 gezeigt hat, war einfach die Sensation schlechthin. Im fußballerischen Bereich, im taktischen Bereich, im technischen Bereich, im Bereich der Dynamik, Athletik, Tempo und in der Effizienz.

Unglaublich, was die Stuttgarter da gespielt haben. Und dann? Man darf nicht vergessen, die spielen immerhin bei einer Mannschaft, die bis dahin noch drei Punkte vor einem selber war, in Leverkusen, bei einem Kandidaten, der in die Champions League möchte und das glaube ich auch schaffen wird.

Und die machen den Anschlusstreffer, die Leverkusener. Das Verhalten der Stuttgarter war allerdings so, man hatte niemals die Befürchtung, dass da noch irgendwo was aufkommen kann. Diszipliniert, konsequent die Räume zugemacht und trotzdem dabei noch nach vorne gespielt, für Entlastung gesorgt und das Ding mit 4:1 nach Hause geschoben. Es war unglaublich.

 

Bundesliga Meister Favoriten & Quoten

 

Neururer über das 8:1 der Bayern gegen Wolfsburg: „In der Form noch nicht erlebt“

 

Es gab fußballerisch an dem Wochenende mit Sicherheit keine Krönung, aber es gab eine Nummer, die muss ich herausstreichen, weil die mich emotional irgendwo getroffen hat. Natürlich hat die auch mit fußballerischen Leistungen zu tun. Aber, Bayern München gegen Wolfsburg vollkommen klare Sache, da gab es doch mal was. Dieses Fünf-Tore-Spektakel von Lewandowski innerhalb von neun Minuten, aber emotional vergessen.

Ich habe persönlich ein Erlebnis mit dem Spiel gehabt, was ich in der Form noch nicht erlebt habe. Also Bayern München liegt 1:0 in Führung, recht früh, normal. Die kassieren den Ausgleich, nicht normal, kann aber passieren, da Wolfsburg bis zu diesem Zeitpunkt hervorragend gespielt hat. Darüber hinaus machen die Bayern dann das 2:1, auch normal mit 2:1 in Führung zu gehen und dann aus den vielleicht vorhandenen Fehlern der ersten Halbzeit zu lernen. Was passiert dann?

Dann schießt Bayern München Wolfsburg ab. Aber auf eine Art und Weise, fußballerischer Art, die kaum zu übertreffen ist. 2:1, 3:1, 4:1 und dann kommt der Punkt, der mich emotional getroffen hat und der mich dazu gebracht hat zu sagen, in diesem Spiel war für mich, trotz der Leistung von Olise, Diaz und wer auch immer, Harry Kane die absolute Nummer eins, die absolute Nummer eins mit seiner Verhaltensweise für die ganze Saison.

Es steht 4:1 für Bayern und ein Torjäger, der wirklich heiß ist auf Tor, der Tore machen muss, der sich danach selbst auch bewertet, hat eine hundertprozentige Chance zum sagenumwobenen 5:1. Was macht er? Er macht den Ball nicht selber rein, sondern er legt ihn für seinen Mannschaftskollegen auf und verzichtet auf ein Tor. Hat natürlich einen Assist bekommen, wunderbar, aber verzichtet auf ein Tor. Das sagt eine ganze Menge über die Charakterstärke dieses Spielers aus, über das Denken in Bezug auf sein Team, den Teamgeist innerhalb der Mannschaft, den Teamgeist dieses Spielers. Das ist einfach sensationell.

Dass dann nochmal eine emotionale Nummer drauf kommt, hat natürlich mit mir und meiner persönlichen Beziehung zu dem Spieler zu tun. Als Leon Goretzka in den letzten Minuten das 8:1 erzielt, das 8:1(!), also mit Sicherheit nicht eines der wichtigsten Tore seiner Karriere, wie ich gesehen habe, wie da die gesamte Mannschaft bei einem 8:1 noch gejubelt hat, hat mir gezeigt, dass Bayern München eine Mannschaft ist, in der es fußballerisch-charakterlich, mentalitätsbedingt und auch von der Stimmungslage stimmt und eine Mannschaft ist, die kaum kaum zu schlagen ist.

Bayer München kann sich in diesem Jahr, bezugnehmend auf die Bundesliga, nur selber schlagen. Auch davor ziehe ich meinen Hut.

 

Neururer über Supercup Barca – Real in Saudi-Arabien: „Im wahrsten Sinne des Wortes verkauft“

 

Wie weit sind wir mit unserem Fußball gekommen? Wir persönlich, das weiß ich noch nicht ganz genau, das warten wir mal ab. Aber die Spanier, die hat es erwischt. El Clasico, Endspiel um den spanischen Supercup, das ist unglaublich, in Saudi-Arabien. Das muss man sich vorstellen. Barcelona gegen Real Madrid, ein tolles Spiel übrigens, fußballerisch überragend, am Ende 3:2 für Barca.

Aber der Hintergrund: Spanische Fans hatten keine Möglichkeit dahin zu fahren. Die, die hinfahren, die machen natürlich eine ganze Menge für die Umwelt, aber ich rede nicht von diesen ganzen Schäden, die da entstanden sind. Ich rede davon, wie kann es sein, dass ein spanischer Clasico, ein Klassiker, verkauft wird, im wahrsten Sinne des Wortes verkauft wird, nach Saudi Arabien und da stattfindet.

Und nicht nur der Clasico selber, nein. Die Halbfinalspiele, Bilbao war noch dabei, Atletico Madrid war noch dabei, die fanden auch in Saudi-Arabien statt. Es ist unglaublich. Man verkauft den spanischen Fußball an Saudi-Arabien, denn mit dem Fußball-Fan Dasein in Spanien, in Verbindung mit den spanischen Vereinen, hat das leider überhaupt nichts zu tun. Traurige Entwicklung. Sportlich großartig, was sie da gezeigt haben, keine Frage, aber die sportliche Entwicklung ist dramatisch und schlimm.

Euer Peter Neururer.

 

  • Afrika Cup Favoriten & Wetten
  • NFL Favoriten und Super Bowl Wetten
  • Champions League Sieger Prognose
  • Fußball live im TV
  • Karl-Heinz

    Karl-Heinz

    Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…