Neururer erschüttert: „Herr Infantino, so geht es nicht weiter, du verkaufst unseren so geliebten Fußballsport!“

Aktualisiert am 22.07.2026 - 0:19 Uhr

Karl-Heinz

Von Karl-Heinz

Neururer redet Tacheles Bild: Peter Neururer spricht über die Facetten der WM, Endspiel und schlechte Verlierer.

 

Peter Neururers Kolumne zur WM, tollen Spielen und Spanien gegen Argentinien.

 

Es war kein Spiel für Fußball-Gourmets, was Spanien und Argentinien im WM-Finale zeigten, hingegen wurde man im Spiel um Platz 3 richtig verwöhnt. Der verdiente Weltmeister heißt dennoch Spanien und das unrühmliche Verhalten der Argentinier nach dem Spiel, wird noch Konsequenzen nach sich ziehen müssen.

Peter Neururer sah schon während dem Spiel „brutale, harte und linke Fouls“ und bemängelt den fehlenden Respekt. Darüber hinaus spricht der Ex-Trainer über die fortschreitende Kommerzialisierung mit Infantino.

Darüber hinaus spricht Neururer über das Abschneiden samt späterem Trainerwechsel der DFB-Elf und Klopp als Hoffnungsträger, auch wenn der Nationaltrainer Klopp eine zur Gänze andere Rolle einnimmt, als der Vereinstrainer Klopp. Wetten auf die ersten Spiele der Bundesliga und 2. Liga platziert ihr am besten mit einem der besten Fußball Wettanbieter.

 

Neururer über den eingeschlagenen Weg: „Euer Fußball, der Dinge wie Regelverstöße und zuletzt Manipulationen zulässt „

 

Liebe Wettfreunde,

die WM ist zu Ende. Drei Gastgeber erstmalig, 48 Mannschaften auch erstmalig. Ja, und ein Szenario, was ich persönlich, wie wir alle, noch nie erlebt habe. Der Fußball wurde benutzt von Seiten der FIFA, von Seiten eines Herrn Trump, um Geschäfte zu machen. Das ist großartig gelungen. Milliardenumsätze. Großartig. Wirklich wahr, die Stimmung in den Stadien, wie auch immer zu Stande gekommen. Großartig. Alles war toll. Nur der Fußball, der fand nebenbei statt.

Das fand ich grauenvoll, das fand ich fürchterlich. Und wenn man sich vorstellt, wenn die Entwicklung wirklich so weitergeht, Infantino möchte die nächste WM, schon auch wiederum in drei Staaten, aber möglicherweise mit 68 Mannschaften betreiben, dann muss man irgendwo irgendwann aufstehen und sagen: Halt! Stop! Herr Infantino, so geht es nicht weiter, Du verkaufst unseren so geliebten Fußballsport.

Es ist nicht mehr unser Fußball, es ist euer Fußball, der vermarktet ist von oben bis unten und der Dinge wie Regelverstöße und zuletzt Manipulationen zulässt. Und Infantino, weit vorne ab als Chef, der müsste normalerweise die Konsequenzen ziehen.

 


Peter Neururer redet Tacheles: „Das fand ich bei der WM grauenvoll.“

 

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Neururer im Fazit: „Im fußballerischen Bereich eigentlich nichts Neues“

 

Sportlich war es eine Auseinandersetzung, 48 Mannschaften zum ersten Mal, auffällig Kap Verde, auffällig der Kongo, die kleinen Mannschaften, die glücklicherweise irgendwo mitmachen konnten und sich gut präsentiert haben. Aber alles im Rahmen der Möglichkeiten, die ihnen gegeben wurden. Die Favoriten haben sich durchgesetzt.

Deutschland wie immer bei den letzten drei Weltmeisterschaften total enttäuschend. Ein Trainerwechsel wird jetzt vorgenommen, richtigerweise. Hoffentlich ist das nicht die einzige Konsequenz, und es folgen andere auch noch. Wir haben im fußballerischen Bereich eigentlich nichts Neues erlebt. Großes Taktieren, große Defensivleistungen, herausragende Fußballer, angefangen mit Messi, wo wir keine Wertigkeit vornehmen, über Haaland, Mbappe, über Harry Kane usw.

Die Weltstars haben sich toll präsentiert, das muss man eindeutig sagen. Sie haben den Unterschied gemacht. Die Deutschen, die die Fähigkeit haben Weltstars zu sein, wie zum Beispiel Musiala und auch Wirtz, waren aus unterschiedlichen Gründen total außer Form. Wir konnten uns da also nicht präsentieren

 

Neururer zum Endspiel Spanien – Argentinien: „Fußballerisch teilweise unverschämt“

 

Mit Blick zurück auf ein Endspiel, das für mich persönlich eines der langweiligsten Endspiele in der Geschichte der Weltmannschaften war, war aber irgendwo nicht anders zu erwarten.

Die Spanier haben das Spiel total kontrolliert. Hut ab vor der Leistung der Spanier, die als Kollektiv geführt von Rodri eine überragende Leistung gebracht haben. Aber was die Argentinier da gespielt haben, das hatte mit weltmeisterlichem Fußball, sie waren schließlich noch Weltmeister, überhaupt nichts zu tun. Von der ersten Minute an hatte ich den Eindruck, sie wollen die Spanier irgendwo ins Elfmeterschießen locken, um dann zuzuschlagen. Das hat nicht ganz geklappt.

Die Art und Weise, wie die Argentinier gespielt haben, war teilweise fußballerisch unverschämt. Brutale, harte und linke Fouls haben wir gesehen. Eskalation nach dem Spiel, darüber sollte man eigentlich nicht großartig reden, aber wenn ich mir vorstelle, dass der amtierende Weltmeister der abtreten musste, nicht mal Spalier bildet, was eigentlich üblich ist bei einem Fußball-Weltmeisterschaftsendspiel, und nicht mal den Respekt den Spaniern, den neuen Weltmeister zeigt, dann finde ich das schon mehr als bedenklich.

Was da nach dem Spiel am Rande passiert ist, das wird mit Sicherheit noch weitere Konsequenzen haben. Da muss die FIFA reagieren, da müssen Sperren und Strafen ausgesprochen werden. Wir müssen insgesamt wirklich mal überlegen, warum das interessanteste Spiel eigentlich gar kein Interesse erweckt hat, nämlich das Spiel um den dritten und vierten Platz, zwischen England und Frankreich. Es war nicht nur das torreichste, sondern eben auch das spektakulärste.

Das hat Gründe. Das Spiel war im Prinzip losgelöst von allen taktischen Fesseln, hat sich entwickelt, auf eine unglaubliche Art und Weise. 4:0 zur Halbzeitpause, dann kamen die Franzosen, die wach wurden, plötzlich auf ein Tor ran. Ein großartiges Fußballspiel mit großartigen Szenen und darüber redet man vielleicht noch, über die Qualität des Endspiels wird man nicht reden. Was allerdings den Spaniern zu wenig Respekt gegenüber bringt, denn die Spanier waren im gesamten Turnier, von der Gesamtentwicklung her, mit Abstand die beste Mannschaft.

 

Neururer über den Wechsel von Nagelsmann zu Klopp: „Man hätte die Konsequenz eigentlich vorher ziehen müssen“

 

Liebe Wettfreunde, eine Gesamtentwicklung mit dem Höhepunkt der Weltmeisterschaft, die leider keine Weltmeisterschaft war, hat letztendlich auch das Ende von Julian Nagelsmann als Bundestrainer besiegelt. Absolut zurecht. Ob zurückgetreten oder eben beurlaubt, das kann man nennen wie man will. Aber der Zeitpunkt ist eigentlich schon viel zu spät eingetreten, denn wir haben zwei bis drei Spieler, die großartige Möglichkeiten hätten, sie aber nicht gezeigt haben.

Und für die Leistung der Mannschaft, für die Zusammenstellung der Mannschaft, für die Gesamtleistung und für die Ergebnisse ist leider, oder glücklicherweise, der Trainer zuständig. Und von daher hätte man die Konsequenz eigentlich vorher ziehen müssen.

Die Erkenntnisse waren da, dass Julian der ganzen Sache noch nicht gewachsen ist. Losgelöst von seinen zweifelsfrei großartigen Trainerfähigkeiten fehlt es an Führung, fehlt es an Linie, fehlt es an Prinzipien, an Leistungsdenken.

Und von daher war dieser Wechsel leider absehbar, in Verbindung mit dieser schlechten Leistung der deutschen Nationalmannschaft. Der Trainer muss gehen, das sind die Geschichten, die früher so geschrieben wurden und später auch noch genauso geschrieben werden. Jürgen Klopp ist jetzt derjenige, der das Ruder in die Hand nimmt. Aber, eines steht fest, losgelöst von allen Qualitäten die Klopp zweifelsfrei schon unter Beweis gestellt hat, man darf den Vereinstrainer nicht verwechseln oder vergleichen mit dem Bundestrainer.

Die Aufgaben sind komplett anders, die Einflussnahme ist auch komplett anders. Ich bin mir nur sicher, wenn man strukturell etwas ändert, wenn man wirklich das Leistungsprinzip im unteren Bereich wieder einführt, dann werden wir mit Jürgen Klopp den richtigen Mann haben, der diese Sache dann hoffentlich wieder zu einem guten Wandel bringen kann. Dafür wünsche ich ihm, der Mannschaft und uns Fußballfans vor allen Dingen alles Gute.

Bleibt sportlich. Euer Peter Neururer.

 

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Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…