Neururer über Kwasniok-Entlassung: „Opfer des eigenen Erfolgs“
Veröffentlicht am 23.03.2026 - 15:03 Uhr
Bild: Peter Neururer spricht über Kwasniok, Kehl und das Spitzenspiel der 2. Liga.
Peter Neururers Kolumne zu Lukas Kwasniok, Sebastian Kehl und Darmstadt – Schalke
Nach dem 27. Spieltag kam es bei gleich zwei Bundesliga-Vereinen zu einem Personal-Beben. Denn zum einen wurde Köln-Trainer Kwasniok beurlaubt und zum anderen gab der BVB die einvernehmliche Trennung von Sportdirektor Sebastian Kehl bekannt.
In beiden Fällen kann Peter Neururer Gründe für diese Entscheidung finden, der Zeitpunkt allerdings sei nicht ganz so nachvollziehbar und auch bei der Wahl des Nachfolgers in Köln gibt es Bedenken.
Darüber hinaus wurde aber auch noch Fußball gespielt und in der 2. Liga stand das Top-Spiel auf dem Programm, das nach Meinung von Ex-Trainer Peter Neururer mit einem für alle gerechten Unentschieden endete. Die Wahl des Trainers ist fast so wichtig, wie die Wahl des richtigen Wettanbieters, schaut euch daher den Vergleich an.
Neururer über Kwasniok-Aus beim FC: „Begründung stimmt mich ein klein wenig verwundert“
Liebe Wettfreunde,
ein Beben auf der Trainerbank, ein Beben auf der Führungsebene. Der 1. FC Köln hat den Trainer beurlaubt. Kwasniok ist nunmehr kein Trainer mehr beim 1. FC Köln.
Nach dem Derby, 3:3, ein wahnsinniges Spiel, ein spannendes Spiel, ein aufreizendes Spiel, ist Kwasniok beurlaubt worden. Begründung: Ja, man muss einen neuen Input geben von außen. Und das stimmt mich ein klein wenig verwundert. Denn Kwasniok hat in der Zeit, in der er beim 1. FC Köln ist, eigentlich seine Ziele erreicht.
Er hat gesagt, wir spielen bis zum letzten Tag gegen den Abstieg. Vollkommen klar, da sind sie gut dabei. Er hat gesagt, da hat er auch recht, wir waren bisher noch nicht ein einziges Mal unterm Strich, absolut richtig. Aber er musste feststellen, er ist Opfer des eigenen Erfolges geworden.
Die Ansprüche in Köln wachsen unglaublich schnell, in welche Richtung auch immer. Aber der Start des FC war überragend gut, man stand am 7. Tabellenplatz, man träumte schon von anderen Dingen und dann gab es 18 Spiele in Folge, mit nur zwei Siegen. Und das war dann irgendwo zu viel.
So weit, so gut. Das kann man erklären, da kann man möglicherweise als Vorstand oder Verein auch sagen, es ist nötig, einen neuen Impuls zu geben, und der muss von außen kommen. Von daher rechtfertigt das mit Sicherheit die Beurlaubung. Da kann man drüber reden. Aber ich kenne Kessler als einen sehr, sehr intelligenten und vor allem als jemanden, der sich im Geschäft auskennt.
Peter Neururer kommentiert die Entlassung von Lukas Kwasniok beim Effzeh.
Neururer: „Friedhelm Funkel ist mit Sicherheit immer der richtige Mann“
Und von daher glaube ich, das kann dann nicht die Lösung sein, einen Interimstrainer zu installieren. Ein Mitarbeiter von Kwasniok soll also jetzt die Wende einläuten. Die Wende, das heißt den Tabellenplatz verteidigen, den man jetzt im Augenblick hat, vielleicht den ein oder anderen Tabellenplatz nach oben zu klettern, also nicht abzusteigen. Hat er sich vorher denn gar nicht einbringen können? Fragezeichen.
Ich glaube persönlich, diese Entscheidung ist eigenartig, weil da muss irgendwas im internen Bereich passiert sein, sonst wäre diese Entscheidung nicht so gefallen. Was ist denn, was durchaus möglich wäre, oder ist, der 1. FC Köln verliert die nächsten beiden Spiele unter dem Interimstrainer Wagner? Dann braucht man eine ganz, ganz große Hilfe, die Spiele werden weniger und die Aufgabe wird viel, viel schwerer.
Friedhelm Funkel ist mit Sicherheit immer der richtige Mann, da brauchen wir auch nicht drüber zu reden, aber da werde ich als Vereinsführung mehr oder weniger unglaubwürdig. Trotz allem wünsche ich dem FC alles Gute.
Neururer über Kehl: „Überraschend der Zeitpunkt, aber nicht die Tatsache, dass er geht“
Borussia Dortmund trennt sich im gemeinsamen Entscheid, das finde ich absolut richtig und gut, von Sebastian Kehl. Als Spieler und als Funktionär gefühlte 20 Jahre bei Borussia Dortmund unterwegs. An ihm haben sich die Geister mehr oder weniger nicht getrennt, aber die Meinungen unterschieden sich schon in der ein oder anderen Situation.
Kehli, ein akribischer Arbeiter, ein Junge mit gutem Auftreten. Ein Mann mit Entscheidungen die gut waren, natürlich liegen in dem Bereich immer auch Entscheidungen auf einer anderen Ebene, in Frage gestellt nicht unbedingt, nur kontrovers diskutiert mit Watzke, am Anfang seiner Tätigkeit. Kontroverse Diskussionen geführt mit Mislintat, auch Geschichten mit denen er in Verbindung gebracht wird, aber auch viele Erfolge.
Man redet davon, zweimal ein Champions League Endspiel verloren zu haben. Das ist eine großartige Leistung. Die verliert man nicht, hat man halt nur nicht gewonnen. Das Kehli also gehen musste oder gehen wird am Ende der Saison, war für mich klar. Von daher überraschend der Zeitpunkt, aber nicht die Tatsache, dass er geht. Ein gemeinsamer Beschluss und Entschluss soll gestern getroffen worden sein und von daher ist es eine saubere Trennung.
Beide Parteien haben jetzt die Möglichkeit, sich neu zu orientieren. Kehli zu einem anderen Verein, ist auch beim HSV angeblich im Gespräch, Wolfsburg hat durchaus vorher auch schon mal Interesse bekundet. Er muss sich wahrscheinlich keine Gedanken machen um seine Zukunft. Borussia Dortmund hat die Möglichkeit jemanden zu finden, der bereit ist, unter der jetzt vorhandenen Hierarchie, also Lars Ricken als Sportchef, zu arbeiten. Viel Glück dabei, den Borussen.
Neururer über Darmstadt – Schalke: „Verdientes Unentschieden auf beiden Seiten“
Liebe Wettfreunde, am Wochenende haben wir den absoluten Super-Kracher erlebt. Darmstadt, der Tabellenzweite, empfing den Tabellenführer Schalke 04.
Jeder erwartet ein großartiges Spiel, aber oftmals in der Erwartung kommt nur eines dabei raus, eine unglaubliche Spannung, eine unglaubliche Leidenschaft auf beiden Seiten. Beides vollkommen richtig. Ein wie auch immer zu Stande gekommenes, ein unglaublich verdientes Unentschieden auf beiden Seiten.
Dieses Unentschieden hilft Schalke natürlich mehr als Darmstadt, auch keine Frage, nur die Qualität des Spiels war mit Sicherheit nicht die eines Spitzenspiel. Aber das haben wir oftmals so, weil offenbar beide Mannschaften versuchen, das Spiel der anderen kaputt zu machen. Das ist mehr oder weniger gelungen, so dass wir kein flüssiges Fußballspiel gesehen haben. Konzepte waren zu erkennen, keine Frage. Aber eben ein Spiel, was mehr oder weniger nur darauf ausgelegt war, irgendwo nicht zu verlieren und das hat man eben gemerkt.
Schalke ist Tabellenführer geblieben und sie sind jetzt in der Pole Position. Nach der Länderspielpause empfangen sie den Karlsruher Sportclub und kämpfen weiter darum, um den großen Schritt in die Bundesliga doch durchführen zu können.
Bleibt sportlich. Euer Peter Neururer.
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Karl-Heinz
Karl-Heinz schloss 2015 sein Studium der Informations-, Medien- und Kommunikationswissenschaften ab und arbeitet seitdem als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Sport. Seine umfassenden Kenntnisse über Wettanbieter und -angebote machen ihn zu einem festen Bestandteil der Wettfreunde-Redaktion, wo er sich auf das…

