Neururer fordert vom DFB: „Müssen wieder unseren eigenen Stil entwickeln“
Veröffentlicht am 28.07.2026 - 14:23 Uhr
Bild: Peter Neururer freut sich auf den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp.
Peter Neururers Kolumne zum neuen deutschen Bundestrainer Jürgen Klopp
Nach dem erneut frühen Scheitern bei einer Fußball-Weltmeisterschaft sah sich der DFB zum Handeln gezwungen. Julian Nagelsmann ist Geschichte, der neue starke Mann heißt Jürgen Klopp.
Klopp sorgt unter den Fans für Vorfreude und auch Peter Neururer hält den einstigen Coach von Liverpool, Dortmund und Mainz für den richtigen Trainer für den Job.
Dennoch weiß die Trainerlegende auch, dass alleine ein Trainerwechsel nicht ausreichen wird, um wieder erfolgreich zu sein. Erfolgsversprechende Wetten auf die ersten Spiele der 2. Bundesliga platziert ihr schon jetzt mit einem der besten Fußball Wettanbieter.
Neururer über Jürgen Klopp: „Genau der richtige Mann, um Aufbruchstimmung zu erzeugen“
Liebe Wettfreunde,
die deutsche Nationalmannschaft hat einen neuen Bundestrainer. Nach drei wirklich kläglichen Versuchen, in der Weltmeisterschaft wieder irgendwas auf die Beine zu stellen, hat man sich entschieden, Julian Nagelsmann zu beurlauben, beziehungsweise, Julian Nagelsmann ist zurückgetreten. Das zu Recht und möglicherweise auch rechtzeitig.
Gekommen ist, ja, wer denn sonst? Jürgen Klopp. Wenn es eine Umfrage gegeben hätte, ich glaube Jürgen Klopp hätte bis an die 100 Prozent Zustimmung erhalten. Gut, losgelöst von all den Sympathien, die er sich zweifelsfrei verdient hat, ist Jürgen Klopp, so meine ich zumindest, genau im jetzigen Moment der richtige Mann, um eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, die der deutsche Fußball unbedingt benötigt.
In den letzten Jahren ist vieles, vieles schief gegangen, keine Frage. 2014 der Weltmeistertitel übrigens noch mit Jogi Löw, der danach auch mit seiner Mannschaft, nicht alleine, aber mit seiner Mannschaft versagt hat.
Danach kam Hansi Flick mit viel, viel Vorschusslorbeeren versehen, letztendlich vom Ergebnis her auch total daneben gelegen. Der deutsche Fußball lag da schon mehr oder weniger am Boden. Und dann kam Julian Nagelsmann. Dazu muss man nicht mehr unbedingt viel erzählen.
Jürgen Klopp ist der richtige Mann am richtigen Ort. Fragezeichen. Der richtige Mann auf jeden Fall, der Ort, der muss sich allerdings verändern. Denn Jürgen Klopp allein, der Trainer alleine mit all seinen Qualitäten reicht nicht aus, um das Riesenpotenzial, was wir immer noch haben in Deutschland an Talenten, dahin zu bringen, wo wir einmal waren. Zuletzt 2014.
Peter Neururer redet Tacheles über die Veränderungen beim DFB.
Neururer bilanziert: „Ein Trainer alleine reicht nicht“
Wir müssen nicht unbedingt die Weltspitze angreifen, aber wir müssen international wieder dahin kommen, was unseren Ansprüchen mehr oder weniger genügen würde. Das heißt, der Tabellenplatz, nennen wir es mal so, der Stand im Augenblick im Weltfußball, da haben wir die Nummer zwölf, das hat mit deutschem Fußball, mit unseren Ansprüchen nichts zu tun.
Aber ein Trainer alleine reicht nicht. Strukturen müssen geändert werden. Denn Jürgen Klopp kann nicht wie im Verein. Von daher muss man große Unterschiede machen, ob ich Vereinstrainer bin in der Bundesliga oder in der Premier League, oder ob ich Bundestrainer oder Nationaltrainer bin.
Ich bin abhängig von der Arbeit meiner Kollegen in der Bundesliga, in der Premier League oder wo auch immer die deutschen Spieler spielen.
Jürgen Klopp bekommt keine neuen Spieler, er kann zurückgreifen und er kann eine Auswahl treffen von den Spielern, die den deutschen Pass haben, das Potenzial ist mit Sicherheit gegeben. Aber von daher glaube ich, dass Jürgen Klopp andere Akzente setzen wird. Und von daher bin ich davon überzeugt, dass wir erfolgreicher Fußball spielen können.
Aber nochmals, Jürgen Klopp alleine, der Trainer alleine mit all seinen Qualitäten, mit all seiner Außendarstellung, mit all seiner Wirkung auf die Mannschaft selber, mit seiner großartigen Ansprache reicht nicht alleine. Die Strukturen müssen geändert werden.
Neururer fordert Identität: „Müssen unseren eigenen Stil entwickeln“
Wir müssen jetzt wieder zum Leistungsprinzip kommen. Wir müssen wieder zum Leistungsdenken kommen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir Fußball in seiner ursprünglichen Art beherrschen, aber dann nicht versuchen, irgendwas zu kopieren, sondern unseren eigenen Stil entwickeln und zwar mit den Spielern, die wir haben, und da sind zweifelsfrei großartig talentierte Spieler dabei.
Aber wir müssen unser eigenes Ding machen, irgendjemand nachzumachen, irgendwas nachzuspielen. Tiki Taka, wie die Spanier es gemacht haben, müssten wir dann auch einführen, aber wir haben keine Tiki Taka-Spieler.
Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir vorgegeben haben und bekommen haben und wir haben großartige Talente. Die U17 war Weltmeister, die U19 war großartig dabei, die U21 war großartig dabei. Warum läuft es danach nicht?
Das ist die große Frage und da bin ich felsenfest von überzeugt, diese Frage wird Jürgen Klopp mit seinem neuen Team, glücklicherweise bleibt auch Rudi Völler, der die ganze Sache begleiten wird, in Angriff nehmen und auch bewältigen.
Darüber hinaus, struktureller Wandel beim DFB ist angesagt, denn das muss die Basis sein. Leistungsdenken müssen wir reinbringen. Ein Leistungsdenken, das wir lange, lange Zeit leider vergessen haben.
Zufriedenheit, dieses Trikot zu tragen, ist nicht ausreichend. Ich muss stolz sein, das deutsche Trikot zu tragen, mich auf meine Mentalität berufen und dann gemeinschaftlich den Weg mit Jürgen Klopp, mit dem neuen Trainerteam, mit den neuen Gedanken nach vorne gehen. Dabei Viel Erfolg wünsche ich von ganzem Herzen.
Euer Peter Neururer.
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Steffen Peters
Steffen verfügt über mehr als sechs Jahre Erfahrung im Sportjournalismus mit besonderem Fokus auf südamerikanischen Fußball. Im Jahr 2020 kam er zu den Wettfreunden und erweiterte dort seine Expertise um die Bereiche Eishockey, Motorsport und Handball. Steffens fundierte Kenntnisse…

