Experte Di Marzio über geplatzte Transfers: Xabi Alonso wollte Ex-Schützling für Chelsea, „weil er ihn gut aus Leverkusen kannte“

Veröffentlicht am 21.09.2026 - 14:23 Uhr

Alexander Karper

Von Alexander Karper

Sportwetten-Experte

Di Marzio Interview geplatzte Transfers Fast wäre der Ex-Leverkusener Kerim Alajbegovic (im Bild: 2.v.l.) Ex-Coach Xabi Alonso zu Chelsea gefolgt – nun kickt er bei Juventus. (© dpa picture alliance / Alamy Stock Photo)
 

Langsam aber doch kann man hinter die Sommer-Transferperiode einen Haken setzen! Viel war los, bedingt durch die Fußball-Weltmeisterschaft verschob sich das Geschehen vor allem auf die letzten Wochen des Transferfensters und sorgte für Spannung.

Welche Spieler den Verein wechselten, ist hinlänglich bekannt. Einige davon haben bereits bei ihren neuen Klubs eingeschlagen, andere suchen noch nach dem Anschluss. Mit den besten Wettanbietern sowie den passenden Freebets ohne Einzahlung bist du bereit für die neue Saison.

Eine Frage brennt uns aber besonders unter den Fingernägeln: Welche Top-Transfers kamen schlussendlich eigentlich nicht zustande? Transfer-Experte Gianluca Di Marzio ist in der dieser Hinsicht sicherlich der richtige Ansprechpartner. Im Interview mit den Wettfreunden plauderte der 52-jährige Transfer-Guru, der als Journalist, TV-Experte und Szenekenner bekannt ist, aus dem Nähkästchen und verriet spannende Details.

So hätten etwa Spieler wie Bernardo Silva, Lautaro Martinez, Bruno Fernandes oder Kerim Alajbegovic durchaus bei anderen Klubs landen können und hätten für den einen oder anderen Blockbuster-Transfer gesorgt. Besonders spannend aus deutscher Sicht ist, dass Neo-Chelsea-Coach Xabi Alonso einen Ex-Schützling aus Leverkusen an die Stamford Bridge locken wollte. „Kerim Alajbegovic, der mittlerweile bei Juventus spielt, stand wirklich kurz davor, bei Chelsea zu unterschreiben“, verrät Di Marzio.

 

Di Marzio über Alajbegovic-Transfer: „Chelsea versuchte es dennoch, da Xabi Alonso ihn aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen sehr gut kannte“

 

Das mittlerweile 19-jährige Top-Talent, das mit dem bosnischen Nationalteam unter anderem mit einem Tor bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko in Erscheinung trat, wechselte nach der Weltmeisterschaft um rund 32 Millionen Euro von Leverkusen zu Juventus Turin.

Davor blühte Alajbegovic vor allem in Österreich bei Red Bull Salzburg auf, weshalb Leverkusen die Rückkaufoption um rund acht Millionen zog und ihn um rund das Vierfache in die Serie A verkaufte.

 


 

Das Interesse am Offensivspieler war jedoch groß. „Chelsea wollte ihn haben und hat sich sehr um seine Verpflichtung bemüht, um ihn anschließend an einen anderen Verein auszuleihen, aber er wollte kein weiteres Jahr auf Leihbasis verbringen“, erklärt Di Marzio, woran der Deal mit dem Blues scheiterte.

„Deshalb hat er es vorgezogen, nach Turin zu wechseln, da Juventus ihm versprochen hatte, ihn im Kader der ersten Mannschaft zu behalten. Chelsea versuchte es dennoch, da Xabi Alonso ihn aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen sehr gut kannte“, stellt der Transfer-Experte die Verbindung zum spanischen Coach her, der mit Leverkusen in der Saison 2023/24 sensationell das Double holte.

 

Di Marzio weiß: „Bevor Bernardo Silva zu Real Madrid wechselte, führte er Gespräche mit Inter Mailand“

 

Für großes Aufsehen hätte wohl auch ein fast geplatzter Real-Madrid-Transfer gesorgt. Mittlerweile wissen wir, dass Bernardo Silva Manchester City in Richtung der Königlichen verlassen hat, doch beinahe wäre ein weiterer Wunschspieler von Präsident Florentino Perez nicht beim Weißen Ballett gelandet.

 

Di Marzio über BVB-Juwel Samuele Inacio: „Er steht ganz sicher auf der Liste des FC Bayern“

 

Nach Rodris Wechsel zum FC Barcelona und anderen gescheiterten Deals wäre dies einer Katastrophe gleichgekommen. „Bevor Bernardo Silva zu Real Madrid wechselte, führte er Gespräche mit Inter Mailand, die mit ihm sprachen und versuchten, seine Forderungen zu verstehen, doch diese waren für den italienischen Fußball sehr hoch, weshalb sie das Vorhaben nicht weiterverfolgten“, enthüllt Di Marzio.

„Letztendlich entschied er sich für Real Madrid, aber Inter Mailand hatte sich um Bernardo Silva bemüht“, ist der Italiener gut informiert.

 

Ein Welt- und Vizeweltmeister für Barcelona? Di Marzio: „Sie haben versucht, Lautaro Martinez zu verpflichten“

 

Während Bernardo Silva bei den Nerazzurri landen hätte können, hätte die Mailänder beinahe ihr langjähriger Kapitän verlassen. Lautaro Martinez bot sich im Sommer eine riesige Chance, nach acht Jahren bei Inter ein neues Kapitel bei einem weiteren Top-Verein aufzuschlagen.

„Lautaro Martinez wurde mit Barcelona in Verbindung gebracht. Sie haben versucht, Lautaro zu verpflichten, ohne jedoch echte Verhandlungen mit Inter Mailand zu führen“, weiß Di Marzio, dass das Tauziehen um den Vizeweltmeister mit Argentinien 2026 und Weltmeister von 2022 nie so richtig konkret wurde.

 


Wettfreunde-Experte Peter Neururer rechnet nach dem Katastrophenstart mit Traditionsverein Borussia Mönchengladbach ab.

„Sie haben Inter Mailand nie angerufen, um zu klären, ob er auf dem Transfermarkt verfügbar wäre, aber er war nicht auf dem Transfermarkt und ist es auch jetzt nicht, sodass ein Wechsel für ihn unmöglich war“, so der Transfer-Szenekenner. Der FC Barcelona hätte durchaus eine Verlockung für den 29-jährigen Stürmer darstellen können.

 

Di Marzio über Alajbegovic-Transfer: „Chelsea versuchte es dennoch, da Xabi Alonso ihn aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen sehr gut kannte“

 

Schlussendlich war da noch die Causa rund um Bruno Fernandes, ebenfalls Kapitän, allerdings vom seit Jahren kriselnden Traditionsverein Manchester United. Auch der 32-jährige Portugiese hätte im Sommer die Flucht ergreifen können, um nach sechseinhalb Jahren bei den Red Devils noch einmal neu durchzustarten.

„Juventus hatte Interesse an Bruno Fernandes. Sie sprachen mit dem Umfeld von Bruno Fernandes, um herauszufinden, ob die Möglichkeit bestand, dass er Manchester United verlassen würde, aber letztendlich entschied er sich dafür, zu bleiben“, fasst Di Marzio zusammen.

 

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Nicht gerade förderlich für diese Entscheidung aus Sicht der Alten Dame waren Personalwechsel in der Führungsriege. Der Vorstandsvorsitzende Damien Comolli kehrte dem italienischen Rekordmeister den Rücken, Giovanni Carnevali übernahm. „Man beschloss, das Geld in andere Spieler auf anderen Positionen zu investieren.“

Dabei wäre Trainer Luciano Spalletti ein großer Befürworter von Bruno Fernandes gewesen. „Spalletti war jedoch von Bruno Fernandes begeistert, und sie brauchten einen Spieler, der vom Mittelfeld bis in den Angriff hinein agieren kann. Ich weiß also nicht, ob sie in Zukunft noch einmal um ihn werben werden“, gibt Di Marzio zu.

Diese „Was-wäre-wenn-Spielchen“ sind durchaus interessant und hätten den Transfermarkt in diesem Sommer mit Sicherheit nachhaltig beeinflusst. Diese nicht zustandegekommenen Transfers hätten durchaus Potenzial gehabt, aber was noch nicht ist, kann möglicherweise in der nächsten Transferperiode noch werden.

 

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