Wie wird der Quotenschlüssel bei Sportwetten berechnet?

 

Wettanbieter machen oft sehr hohe Umsätze, schütten aber einen Großteil davon als Wettgewinne wieder an den Kunden aus. Nur ein geringer Prozentsatz wird als Gewinn einbehalten. Wie berechnet ein Buchmacher den Quotenschlüssel bzw. die Auszahlungsquote?

 

Im Beitrag    Wettquoten berechnen erklären die Wettfreunde, wie die Quoten bei einer Sportwette zustande kommen bzw. wie diese berechnet werden.

 

Aus den realen Quoten lässt sich der Quotenschlüssel bzw. die Auszahlungsquote errechnen. Die Formel hierfür lautet bei einer 3-Weg-Wette wie folgt:

  

Auszahlungsquote bzw. Quotenschlüssel = 1 :  (1:Quote Tipp 1 + 1:Quote Tipp X + 1:Quote Tipp 2)

 

Zur Veranschaulichung ziehen wir ein Beispiel heran:

 

Ein Buchmacher bietet für eine 1-X-2-Wette nachstehende Quoten an:

 

Quote Sieg Team 1 (a) Quote Unentschieden (u) Quote Sieg Team 2 (b)
a = 1,45 u = 3,33 b = 8,8
                                                                                                                                                                       

 

Damit ergibt sich:

 

Formel Quotenschlüssel Rechnung Beispiel Ergebnis Quotenschlüssel (Q) Q in %
1 : (1:a + 1:u + 1:b) 1 : (1:1,45 + 1:3,33 + 1:8,8) 0,90 90 %
                                                                                                                                                                                                 

 * Quotenschlüssel wurde auf 2 Dezimalstellen gerundet 

 

 

Der Auszahlungsschlüssel für unser Beispiel liegt damit bei 0,90 bzw. bei 90 %.

 

Die Gewinnspanne für den Wettanbieter ergibt sich aus der Rechnung: 

 

Gewinnspanne = 1 - Quotenschlüssel (Q)

  

In dem von uns gewählten Beispiel bekäme man folgendes Ergebnis:

 

 

Quotenschlüssel Q Q in % Formel Gewinnspanne Gewinnspanne Gewinnspanne in %
0,90 90 1 - Q 1 - 0,90 100 - 90 = 10
                                                                                                                                                                                                           

 *Zahlen wurden auf zwei Dezimalstellen gerundet

 

 

Das bedeutet, dass der Wettanbieter so kalkuliert, dass 90 Prozent der Einsätze als Gewinne ausgeschüttet werden und nur die übrigen 10 % als Gewinne einbehalten werden. Die Gewinnspanne liegt damit bei 10 Prozent.

 

Diese Annahme ist jedoch nur eine theoretische. Denn man kann nicht immer davon ausgehen, dass die Einsätze auf alle drei möglichen Ausgänge so ausgeglichen abgegeben werden, dass in jedem Fall ein Gewinn für den Buchmacher übrig bleibt.

 

In der Praxis entsteht nämlich zumeist ein Ungleichgewicht, welchem der Buchmacher entgegensteuern muss, um die Gefahr von großen Verlusten zu reduzieren. Setzen zum Beispiel sehr viele auf Sieg von Team 1 und entfallen deutlich weniger Einsätze auf den Tipp Sieg Team 2,  wird der Wettanbieter die Quoten anpassen: Die Wettquote für den Favoriten wird gesenkt und die für den Außenseiter angehoben.

 

Daher unterliegen Sportwetten vor dem Event oft Quotenschwankungen.

 

Da die Favoriten-Quote meist niedriger wird, je näher ein Ereignis rückt, können die höchsten Gewinne mit Favoritenwetten erzielt werden, wenn man möglichst lange vor dem Wettkampf bereits den Tipp abgibt und sich die höchstmögliche Wettquote bereits frühzeitig sichert. Weiterführende Informationen zum Thema Wettstrategien 

 

 

Eine weitere Option sind Handicapwetten - hier bekommt der Außenseiter einen fiktiven Vorsprung und damit steigt die Quote für den Favoriten.

  

 

Häufige Fragen Übersicht